Klosterkirchen im Norden des Harzes. 69 dem grösseren, je zwei Arcaden überspannenden Bogen Endet sich auch in der Klosterkirche zu Heiningen in der Nähe von Wolßenbüttel, die schon im J. 1012 ge- gründet, aber wahrscheinlich im zwölften Jahrhundert und zwar gegen das Ende desselben mit durchgängiger Ueber- Wölbung erneuert ist Ohne diese Anordnung, aber sonst in regelmässiger Durchbildung, linden Wir denselben Styl in der Kloster- kirche zu Hecklingen (1130), in welcher ein späterer, aber noch ganz romanischer Einbau in der völlig erhaltenen älteren Anlage die Bestätigung giebt, dass diese die ur- sprüngliche ist In Gernrode hatte man schon das Be- dürfniss gefühlt, den Kontrast der scharfen Pfeilerecke ge- gen den runden Säulenkörper zu mildern und desshalb eine rechtwinkelige, oben abgerundete Einkerbung (larin ange- bracht; in den späteren Bauten ist statt derselben in jede Ecke eine Halbsäule mit einem kleinen Würfelkapitäle und einer mit einem Eckknollen versehenen Basis eingeschnitten und so die Uebereinstimmung beider verschiedenartigen Stützen hervorgebracht wer]. Auch die schöne Kloster- kirche von Amelunxborn an der Weser, hat in ihrem Schiffe denselben Wechsel von Pfeilern und Säulen i") Die Pfeiler scheinen, da sie Kreuzgestalt und in den einge- henden Winkeln Eckhäuschen haben, schon auf Gewölbe angelegt, und erwähne ich diese Kirche hier nur, weil sie jene zierliche Anordnung mit den eben erwähnten Kirchen theilt. S. eine Nachricht über Hei- ningen im Deutschen Kunsthl. 1850, S. 165. M) Bemerkenswerth ist, dass auch der Baumeister von Heeklingen (wie der von Gernrode] noch für nöthig fand, das Mauerwerk nicht mit voller Breite auf die Dcckplatte des Säulenkapitäls zu stellen. Er bediente sich aber zu diesem Zwecke nur einer einfachen geradlinigen Einkerbung. Vgl. über Heeklingen das Werk von Puttrich Abth. II. B. I. Serie Anhalt. 1-) Chor und Krenzschiff sind im schönsten frühgothischen Style, und weiter unten zu erwähnen.