40 Erste Epoche. nen gerührt und bekehrt uYorden seien de). Indessen be- durfte es dazu bei rohen Gemüthern starker, greller Mo- tive; auf tiefere Wahrheit, auf feinere, der Natur abge- lauschte Züge kam es nicht an, sondern auf derbe Dar- stelhmg der Martern, Leiden und WVunder. Schrecken, Erstaunen, Furcht zu erregen, den Gedanken an Strafe hervorzurufen, die stumpfe Phantasie Inäehtig zu treffen und das Gewissen aus seinem Schlummer zu wecken, das war die zuweilen mit (lürren Worten ausgesprochene Auf'- gabe der Kunst M). Es ist begreiflich, dass gewaltsame Bewegungen, Uebertreihungen aller Art für diese Zwecke am (lienlichsten Waren, und dass selbst die Unschönheit Gestalten dazu mitwirken konnte. Ein zweiter für die Kunst nachtheiliger Linlstand war die traditionelle Stellung der (ifllllüligell VVelt. Die Griechen (los hieralischen Zeitalters, wenn auch bei ihnen der Sinn ausschliesslich auf das Strenge und Allgemeine gerichtet war, und wenn sie auch, sei es aus Asien, sei es aus Aegypten, künstlerische "Traditionen erhalten hatten, welche sie mit religiöser Ehrfhrcht befolgten, schöpften doch im VVesentlichen aus der Natur. Die Völker unserer Epoche betrachteten dagegen die 'l'raditi0n als ihre ausschliessliche lrellrmeisteriu; der Gedanke, die Natur zu beobachten und aus ihr zu nehmen, war ihnen völlig fremd. Sie wussten daher auch in der Kunst nicht anders, als sie aus überlie- ferten Vorbildern zu erlernen und diese nachzuahmen; sie hatten dabei die Erzeugnisse der altchristlichexl und spät- m] Z. B. Walafrid Strabo (de rebus eccl. c. 8): Et vidamus ali- quando simplices, qui verbis vix ad üdem gestorum possuxxt perduci, ex pictura passionis Dominicae vel aliorum mirabilium ita com- pungi, ut lachrymis testentur, exteriores üguras cordi suo impressas. w] S0 am Dome zu Autun an einer Darstellung Gerichtes: Terreat hie terror, quos terreus alligat error. verum notat hic horror specierum. des jüngsten Nam fore sie