Symbolik in der Glasmalerei. 415 Gruppen nehmen, die erste oben, die zweite unten den grösseren Raum des Fensters ein, während die Kreuzi- gung in der Mitte wieder mit zwei halben Medaillons die unten am Fusse und oben in der Bogenspitze des Fensters angebracht sind, in symmetrischer Beziehung stehtü). Das Ganze zeigt also fünf Abtheilungen, zwei grössere, getrennt und begrenzt von drei kleineren; die grösseren und die kleineren wie durch ihre Form so durch den Inhalt verbunden, und die mittelste Abtheilung durch die Verbindung des Gekreuzigten mit der Kirche und Synagoge gleichsam den Schlüssel der ganzen Compu- sition enthaltend wie). Diese Beispiele werden genügen, um die Bedeutung dieser Raumsymbolik zu zeigenüiiü). In manchen Fällen Das untere scheint keine andereBedeutung zu haben, als das Metzgergewerk als Stifter des Fensters zu bezeichnen. Auf dem oberen sind: Filii Joseph dargestellt, Ephrailzl dem Manasse vorge- zogen, 1. Mos. Cap. 48. v. 14 also eine Erinnerung an den Gegen- satz der Kirche gegen die Synagoge, der geistixgen Erwählung gegen das äussere Recht des Alters. Vgl. dieses und andere ähnliche Glasgemältle in dem Prachi- Werke von Martin und Cahier, Monographie de 1a Cathedrale de Bonrges. Paris 1841-18-14. ßii") Im Dom von Canterbury ist auf einem Glasgemälde die Hochzeit zu Canaan dargestellt, daneben auf einer Seite die sechs Menschenaller, auf der anderen die damit parallelisirten sechs Welt- alter (Adam, infantia; Noe, pueritia; Abraham, adolescentia; David, juveixlus; Jeremias, virilitas; und endlich Christus, als dasEnde des weltlichen Lebens, seneclus.) Auf der Hochzeit sind sechs Krüge und die Umschrift sagt nun: I-Iydria uletrelas capiens est quaelibet aetas, Lympha dat historiaxal, vinum notat allegoriam. Dem Kruge, der dieFlüssigkeit- fasst, gleicht jegliches Alter; Wasser ist seine Geschichte, der Wein ihre Allegorie. Die Geschichte jenes Wunders ist also das Symbol der Symbolik selbst, die auf jeglichen irdischen Verlauf Anwendung findet.