402 Plastik und Malerei. Anschluss an jene Statuengruppen des Portals. Auf jeder Seite derEingangsthiire stehen drei, an jeder Seitenwand elf, in der Füllung des Portals auf jeder Seite vier Fi- guren. Auf der Seitenwand rechts vom Eingange sehen wir nun die 7 freien Künste und die 5 thörichten Jung- frauen, an welche sich die Statuen in der Vertiefung; des Portals anschliessen. Zuerst die bekannte Gestalt des Heidenthums oder der Synagoge, mit der Binde um die Augen und dem zerbrochenen Stabe, darauf in enger Gruppe für eine Figur gerechnet die beiden Figuren der Maria und Elisabeth, zusammen die Heimsuchung, dann in den beiden folgenden Nischen die Gestalten der lilaria und des Engels, zusammen dieVerkündigung bildend. Auf der gegenüberliegenden Seite dagegen stehen an der Wand zunächst fünf Gestalten des frommen, den Herrn erwartenden Judenthums (Aaron, Maria Jacobi, Johannes der Täufer, Abraham, Maria Magdalena Ü), dann die fünf klugen Jungfrauen, endlich Christus selbst als der Bräutigam, der ihnen winkt. Daran reihen sich in den Wänden des Portals zuerst die allegorische Gestalt des Christenthums, dann die drei lilagier, in anbetender Stel- lung gegen die auf dem Mittelpfeiler der Thüre ange- brachte Statue der Jungfrau mit dem Kimle gewendet. Der Gegensatz beider Seiten ist klar. Die zu unserer Linken (mithin, worauf zu achten ist, zur Rechten der Jungfrau am Mittelpfeiler) zeigt die Verh eissun g, den Welche Gründe diese sonderbare, unchronologische Ordnung bestimmt haben, ob vielleicht ein Bangverhältniss derI-leiligkeii, wage ich nicht zu entscheiden. Die Magdalena mit dem Salbengefäss in der Hand gleicht einigermaassen den klugen Jungfrauen, und mag daher diese äusserliche Rücksicht bestimmt haben, sie neben (lieselben zu stellen, wie sie denn auch im Gedanken mit ihnen verwandt und zugleich auf eine lehrreiche Weise verschieden ist.