316 Grundzahl. sechs oder acht, da der dreiseitige Schluss aus dem Sechs oder Achtecke genommen zu sein pflegt, bei einem fünf- oder siebeuseitigen aber die Zahl dieser ange- wendeten Seiten, fünf oder sieben, und nicht die des Polygons, zehn oder zwölf, als Grundzahl gelten z). Die Anwendung der so gefundenen Grundzahl auf die anderen erwähnten Theile soll dann ferner auch nicht immer in derselben Weise erfolgt sein; bald soll sie sich an einer Pfeilen-reihe, bald an beiden zusammen, bald in der ganzen Länge der Kirche, bald nur bis zum Anfange oder bis zum Schlusse des Kreuzschiffes linden. Allein selbst bei dem grossen Spielraume, den diese verschiedenen Combinationen gewähren, lässt sich die Durchführung der vermeintlichen Grundzahl bei den bedeutendsten und durch- dachtesten Constructionen nicht nachweisen, Wie dies selbst die Vertheidiger dieser Hypothese zugestehen müssen In der That ist wenig oder gar kein Gewicht darauf zu legen. Die Natur der Sache, die Bedingungen, welche sich aus derHaltbarkeit des Materials, dem kirch- lichen Zwecke und anderen nothwendigen Rücksichten ergaben, stellten ohnehin für die Zahl dieser Theile ziemlich enge Gränzen. Der Polygonseiten am Chor- schlusse konnten nicht weniger als drei, nicht füglich Stieglitz. Gesch. d. Bauk. S. 338 u. Beiträge ll. S. 50. M) Hoifstadt (goth. A. B.C. S. 175 if.) fiihrt für den Satz, dass sich die Zahl der Schäfte nach der Grundzahl des Chores richte, sechs Beispiele an, darunter aber auch den Freiburger und Wiener Dom, obgleich bei beiden der Chor viel jünger ist als das Schilf und mithin höchstens jenes nach diesem geregelt sein kann, wodurch, namentlich wenn man an die Geschichte beider Kirchen denkt, die Bedeutung der Grundzahl verloren geht. Zugleich giebt er aber auch eine Reihe von Beispielen, wo seine Regel nicht zutrilft, und darunter so be- deutende, wie die Elisabethkircbe in Marburg und die Dome zu Köln und zu Meissen.