260 Der gothische StyL steht gewöhnlich aus einer glatten Einscbrägung von der Höhe des der ganzen Kirche gemeinsamen Basa- ments, welche man, um sie den oberen Tbeilen einiger- massen ähnlich zu verzieren, häuiig mit Reliefs in der Einfassung von Vierpässen oder ähnlichen Figuren aus- stattete. Aus dieser Einschrägung erwachsen dann, wie aus der achteckigen Basis des TH-agepfcilers, polygone Sockel und zwar abwechselnd schwächere und stärkere. Jene tragen die Rundstäbe, welche als wohlgegliederte Gurte, meist ohne Kapital, bis zur Spitze des Bogens durchlaufen, tiefe Hohlkehlcn zwischen sich bilden und so die Einschrägung des ganzen Portals stufentörmig ab- tlieilen; auf den stärkeren Sockeln aber ruhen kleine meist mit Maasswerk verzierte Pfeiler, welche die Statuen vor jener Hohlkehle tragen. Ueber den Häuptern der letzten schweben dann Baldachine, in der Frühzeit des Styls wie Kapitäle mit reichem Blätterschmuck oder auch wohl wie kleine Mauerkronen, später mehr aus freibebandeltem Maasswerk gebildet, gleichsam aus Bögen, denen die vorderen Stützen abgeschnitten sind. Diese Baldachine sind zugleich das Fussgestell für das kleinere Bildwerk des Spitzbogens, das nun beginnt und dessen einzelne Figuren oder Gruppen immer wieder von solchen Balda- chinen bekrönt und getragen sind. In der Spitze des Bogens stossen beide Reihen der Bildwerke mit den Bal- dachinen der obersten Figuren zusammen", wenn nicht, was oft geschiehtil"), eine freischwebende kleine Figur in grader Richtung, gleichsam ein bildnerischer Schlussstein der im Bogen aufgestellten Gestalten hier angebracht ist, k) Z. B. am inneren Portale des Freiburger Münsters. Jene andre Form dagegen an dem zu Strasburg, am Dome zu Amiens und sonst.