Das Kapitäl. 217 WO vier alte und aeht junge Dienste den Schaft um- geben. Häufig ist jedoch die Zahl grösser, auch sind zuweilen die Seiten ungleich, so dass die Grundgestalt Von dem übereekgestellten Quadrate mehr oder weniger abweicht. Oft ist die Breite des Pfeilers unter den Ar- caden grösser als die Tiefe, oft die Seite des Haupt- sehiffes stärker als die der Seitensehiffe. Im Mittel- sehiffe finden sich bei reichster Ausbildung fünf Dienste, lvon denen der mittlere, stärkere den Quergurt, die bei- den nächsten die Diagonalen, die beiden letzten die Stirn- bögen an der Wand des Obersehiifes tragen. Im Seiten- schiffe und unter den Areaden ist dann wohl dieselbe Zahl, aber zarter gehalten und durch mannigfaltigere Zwischengliederung verbunden, bei grösserer Arcaden- breite auch wohl noch vermehrt. Das Kapitäl lief anfangs, so lange man den runden Kern als Säule deutlich hervortreten liess, um diesen und die Halbsäulen herum; als der Bündelpfeiler völlig ausge- bildet Wurde, blieben die schlanken Höhlungen frei, und wurden nur von dem Blättersehmuck an den Kapitälen der nebenstehenden Dienste beschattet. Die Kapitäle der Dienste im NebensehiEe und unter den Areaden, alle in einer Höhe gelegen und eng aneinander stossend, bilde- ten auf diese Weise ein Ganzes; dagegen zogen sie sich bei weiterer Entwickelung des Pfeilers niemals mehr über die Dienste des Mittelschilfes, diese liefen vielmehr 1111- unterbrochen bis oben hinauf und erhielten ihre Kapitäle erst unter den oberen Gurten. Auch für die Gestalt und den Schmuck der pitäle entstanden jetzt andere Gesetze; an die Stelle jener wechselnden und springenden Symmetrie trat; die Nothwendigkeit gleicher Behandlung, an die Stelle der