Das Innere. 211 schwächeren Pfeilern fort. Hiemit hörte denn auch das frühere System der Abtheiluug des Langhauses durch die Wiederholungen des Mittelquadrates gänzlich auf, da weder die Gewölbe noch die Pfeiler diese Quadrate markirten. Hätte man auch die halbe Quadratseite als das Maass des Pfeilerabstandes beibehalten, so dass jeder drittePfeiler in eineQuadratecke fiel, so waren diese Pfei- ler doch nicht mehr von den andern unterschieden und mithin nicht bezeichnend. Man ging aber auch allgemein bald von diesem Maasse ab, welches keine Vortheile bot und eine schwerfällige und kostspielige Häufung der Pfeiler, sowie eine allzusteile Form der Bögen herbei- führte. Man nahm vielmehr den Pfeilerabstand zwar kleiner als die Breite des Mittelschiffes, aber grösser als die Hälfte derselben, ohne dass sich eine feste Regel dafür bildete, welche den Architekten an freier Berück- sichtigung seines Materials und sonstiger Verhältnisse ge- hindert hätte. Er übersteigt oft die Hälftenur um Weniges, und erreicht selten zwei Drittel jener Breite. Auf diese Weise bildeten also die einzelnen Abtheilungen, sowohl im Haupt- als in den Seitenschiifen nicht Quadrate, son- dern Rechtecke. Ich habe schon oben bemerkt, wie die schmalere Form der Gewölbfelder das pulsirende Leben der Gewölbe steigerte und beschleunigte, weil die Be- Wegung sich öfter Wiederholte und unter spitzerem Win- kel, also mit grösserer Kraft, von den Wänden ausging; dasselbe trat nun durch die Veränderung des Pfeiler-ab- Standes in Beziehung auf die Perspective ein. Jedes zusammenfallen der Dimensionen in den Abtheilungcn der Länge mit denen der Breite des Raums giebt für die Uebersicht einen Haltpunkt; das Auge ist (lüfßll diese Uebereinstimmung beruhigt, während ein incommezisurables m