200 Der romanische Styl. holt aber auch verziert, und das in sehr anmuthiger, ein_ facher Weise, wie es die bestimmt gezeichnete Form dieses Gliedes bedingte. Der untere, abgerundete Theil blieb nämlich gewöhnlich frei, und auf den Seiten des Würfels ist die Verzierung meist mit ziemlich flacher Zeichnung angebracht, die dann wie ein Band oder Rah- men die untere Kreislinie umfasst, in der Mitte sich nach innen wendet, und in einem oder mehreren symmetrisch gestalteten Blättern, oder in einer Verschlingung zusam- menläuft. Bei freistehenden Würfelsäulen findet sich auch, wie wohl selten, eine Verzierung der Basis, meist in Gestalt eines den Pfühl umschlingenden Bandes Ü. Kelchförmige Kapitäle sind stets mit feinerem Blatt- werk geschmückt, äusserst selten mit bewusster Nach- ahmung des Akanthus, meist in strengeren Formen idea- lisirt, die Stengel mit Pünktchen wie mit Edelsteinen besetzt, die Blätter regelmässig geschnitten. Erst in der späteren Zeit des Styles Wird das Blätterwerk natür- licher, weich und anmuthig, dann aber häufig mit Thier- und Menschengestalten gemischt. 9-17 Am reichsten sind jene Kapitale mit schlankem Halse und fast vier- eckiger Ausladung, welche die M0- tive des Kelchs und des Würfels vereinigen; hier finden sich unnach- ahmliche Verschlingungen von blos- ' sen Bändern oder von Pflanzen- äilgtl steugeln, die in Blätter auswachsen oder in Schlangen übergehen. Es herrscht bei dem kühnsten Spiel der Phantasie eine grosse der Nlichaöliskirche zu ldesheim.