Das Innere. 143 gemeiilsamenCentrum anschliesscn; eine Einheit, welche ihren letzten und kräftigsten Ausdruck in den Höhepunk- ten findet, und zwar bald in der von kühnen, wehrhaften Spitzen umgebenen Centralkuppel, bald in den beiden hochaufstrebenden 'l'hürmen der Faqade; jenes mehr dem kirchlichen, rein hierarchischen Systeme, dieses der VVech- selwirkung und Gegenseitigkeit von Kirche und Staat entsprechend. Auch der Ausführung des Innern lag, wie bei dem Grundplane und der Höhenbildung, in beiden Styleu ein gemeinsamer Gedanke zum Grunde, der aber erst da recht anschaulich wird, wo die demselben angemessenste Form, nämlich die Ueberwölbuug der Schiffe, und zwar vermittelst des Kreuzgewölbes, angewendet ist. Indes- sen auch bei den ältern, mit graden Balken gedeckten romanischen Basiliken, die auf den ersten Blick von der gothischen Kirche durchaus abweichend erscheinen, entdeckt man bei Vergleichung beider mit der gewölbten romani- schen Kirche nicht bloss die übereinstimmende Tendenz, sondern auch eine, zwar nicht völlig gleiche, aber doch gleich artige Behandlung des Einzelnen. Dahin gehört vor Allem die durchgeführte Anwendung des Bogens; alle Bedeckungcn und Verbindungen über 'l'hüren und Fenstern so wie-zivischen Pfeilern und Säulen sind Bö- gen, Bogenreihen durchziehen das Gebäude auf allen Stufen der Höhe. Dahin gehört ferner die Ausbildung der Üuageglieder, welche in verschiedener Weise immer denselben Zweck ausspricht, den nämlich, die schon durch die erweiterte Stellung gelöste Säulenreihe völlig zu brechen, deshalb an ihren Details ein Aufstreben oder Symmetrische Beziehungen zu der gegenüberstehenden Pfeilerreihe oder endlich die rhythmische Anordnung des