Zalxlenverlzältnisse. 83 Verhältnisse; in ihr erschienen die Himmelsgegenderl, die Jahreszeiten, die Elemente, die Paradiesesflüsse. In ihr eröffnet sich das Heilige und regelt sich die YVelt zur Heiligung, wie sich an den Evangelisten, den grossen Propheten, den Kirchenvätern, den weltlichen Tugenden zeigt. Aus diesen beiden Grundzahlen ergaben sich dann in verschiedener Weise zwei andere, Sieben und Zwölf. Jene, als ungrade Zahl lebenschadend und hei- lig, hatte durch die sieben Tage der Schöpfung und durch die sieben damals bekannten Planeten gleichsam die Würde göttlicher Einsetzung. Ihre bedeutsame Anwen- dung im jüdischen Alterthume und in der Apokalypse gab ihr überdies einen hellen Nimbus. Man bemerkte daher gern die Siebenzahl, wo sie sich fand, oder iixirte willkürlich die Dinge in dieser Zahl, so dass sie in reli- giösen und sittlichen Beziehungen oft wiederkehrt. Aber weil durch bloss äusserliche Addition der heiligen Drei und der weltlichen Vier entstanden, ist sie unentschieden, gleichsam die Erkenntniss des Guten und Bösen. Neben den sieben Tugenden erwachsen daher auch sieben Tod- Sünden, und die sieben freien Künste sind zweideutiger Natur, zu hochmüthigem Irrthume wie zu tiefer Einsicht der Schrift führend. Aber dennoch ist sie vorherrschend heilig und wiederholt sich in den Bitten des V aterunsers, den Sakramenten, den Worten des Erlösers am Kreuze, den Werken der Barmherzigkeit, den Leiden und Freu- den der Jungfrau Gleichbleibender ist die Zahl Die Werke der Barmherzigkeit: Hungrige speisen, Durstige tränken, Nackte kleiden, Kranke pliegen, Gefangene besuchen, Fremde beherbergen, Todte begraben. Durch I-linzufügnng des letzten halte man die andern sechs, welche man in Matlh. 25, 35. 36 fand, auf 7 Vermehrt. Am Münster zu Basel hat man sich symmetrisch auf