460 Römische Architektur. Aus der Form des Theaters entstand sehr bald die des Amphitheaters, für die Kampfspiele. Man Schreibt ihre Erlindung dem C. Curio zu, der wenige Jahre nach- dem Pompejus sein steinernes Theater erbaut hatte, bei der Leichenfeier seines Vaters, da er nicht reich war und nur mit Cäsars Mitteln den Prunk bestritt, durch die Neuheit des Plans Aufmerksamkeit erregen wollte. Er baute daher zwei hölzerne Theater nahe beieinander, mit so künstlicher Vorrichtung, dass sie auf Zapfen herum- gedreht und mit der Oeffnung der Halbkreise gegenein- ander gewendet werden konnten. So dienten sie Vor-mit- tags zu zwei verschiedenen Schauspielen (bei denen die Bühnen von einander abgewendet sich nicht störten), Nachmittags vereint zu Fechterspieleil vor der doppelten Versammlung. Wie es sich auch mit dieser fast allzu kühnen Vorrichtung verhalten haben mag , so war es natürlich, dass man bei den Fechterspielen , wo die Scena nicht erforderlich war und die Rücksicht auf den Schall fortfiel, den Raum zur Zulassung von möglichst vielen Zuschauern benutzen wollte, und ihn daher auf allen Seiten mit Sitzreihen umgab. Man legte aber hiebei nicht die Kreislinie, sondern die Ellipse zum Grunde; ohne Zweifel weil sie durch ihre grössere Länge freiere Be- wegung der Kämpfenden gestattete. Julius Cäsar erbaute das erste Amphitheater von Holz 5 unter August wurde ein steinernes errichtet, viele andere folgten in Rom" und in den Provinzen. Im Innern enthielten diese Gebäude zunächst die Arena, mit den daran stossenden Behältern der 'l'hiere und mit manchen Einrichtungen zur Vorberei- tung und Veranstaltung der überraschenden Erscheinungen, welche die Schaulust des Volkes reizen und befriedigen sollten; dann ringsumher die aufsteigenden Sitzreihexi.