386 Etruskische Plastik. derselben sieht man Centauren in der Form dargestellt, dass sie vorn eine vollständige männliche Gestalt zeigen, der nur hinten der Rossleib anwächst; wir wissen, na- mentlich nach der Beschreibung des Pausanlias vom Kasten des Kypselos, dass sie auch in Griechenland "in früherer Zeit so abgebildet wurden. Auf einem andern sieht man bewaffnete Reiter im schnellen Fluge der Rosse; Men- schen und Pferde sind nur angedeutet, aber an beiden lebt schon alles. Hieran reihen sich einige geschnittene Steine, meistens in der Berliner Sammlung, der eine mit einer Gruppe der Helden, die von Argos gegen Theben zogen, theils sitzend, theils stehend, im Kriegsrathe; ein anderer den Tydeus dar-stellend, der in gewaltsam gee bogener Stellung sich mit dem Messer das Oel und den Staub des Kampfplatzes abschabt. In diesen Arbeiten und in einigen andern Reliefs finden wir eine Aehnlieh- keit mit den griechischen Werken jener frühem Epoche, in welcher das Gewaltsame und Heftige vorherrscht; die Gewänder sind in viele kleine Falten gebrochen, die Muskeln des Körpers übermässig und hart heraustretend. Einer weiter vorgesehrittenen Entwickelung der Kunst gehören die obenerwälmten Broncestatuen an, unter denen besonders der Redner der florentinischen Sammlung wich- tig ist. Er ist offenbar Porträt, die Ziige des bartlosenit) Antlitzes sind individuell mit dem Ausdrucke der Sorgen und Bedenklichkeiten des Lebens, die Falten und Runzeln mit Sorgfalt wiedergegeben, er streckt den rechten Arm 4') Auch auf den Aschenkisiexi kommen häufig barllose Männer vor, so dass die Sitte den Bart abzunehmen bei den Etruskerxi älter gewesen zu sein scheint, wie bei den Römern. Winkelmanns Schluss, dass diese Statue eben deshalb einer spätem Zeit zuzuschreiben sei, ist daher nicht richtig. S. Winkeimanns Werke, mit der Anmerkung von Fernow, Th. 3. S. 189. u. Nr. 660.