380 Etnlslciscllc Architektur. der Intercolumnien rechtfertigte, unsymmetrisch oder un- schön geworden sein. Auch der Tempel des eapitolinischen Jupiters in Rom hatte wohl ilicht, wie man angenommen half"), eine rings umherlaufexide Säulenhalle, wiewohl er eine Vergrösserung des gewöhnlichen etruskisehen Tem- pels zeigte. Er hatte nämlich drei Cellen, aber eine Vorhalle mit dreifacher Säulenreihe und eine Fortsetzung der äusserirSäulen auf den Seiten. Auch hier aber lag die Thüre der mittlern Cella in der Mitte des Gebäudes und die Rückwand blieb ohne Säulenhalle. Bei dieser Grösse der Intercolumnien konnte man steinerne Balken nicht anwenden, sondern nur hölzerne, wo dann die Querbalkeil, Welche auf den Cellenwäildeil und dem Architrav auflagen, über diesen, nach Vitruvs ausdrücklicher Angabe, mit einer Länge, welche dem vierten Theile der Säulenhöhe gleich kam fhinausragten , und so das gewaltig weit ausladende Vordaeh trugen. Der Giebel wurde, wie es schon die Breite mit sich brachte, in einem steilern Winkel, als an den griechischen Gebäuden, aufgerichtet; das Innere des Dreiecks war mit Bildwerk von gebranntem Thon geschmückt. Es ist unverkennbar, dass dieser Bau, ungeachtet der Aehnlich- keiten des Einzelnen, einen völlig verschiedenen Eindruck von dem des dorischen Styls machen musste. Statt der heruinlaufenden Säulenhalle, welche sich so deutlich als ein geschlossenes Ganze aussprach, sah man hier sofort 4') Hirt, Gesuch. d. Bank. I. 24.5. und Taf. 8. Siehe dagegen Müller Etrnsker II. 232, dessen Ansicht besser begründet zu sein scheint. Auch ist es wohl nicht gewiss, 0b dieser Tempel in der Herstellung; durch Sylla, 'die uns beschrieben wird, genau die Ver- hältnisse des alten Baues erhielt; denn man verwendete griechische Säulen, vom 'l'empel des olympischen Jupiters in Athen, dazu (Plin. H. N. XXXVI. 5. in fme).