Verfassung Religion. un d 369 zu sein. Das letzte zeigt sich schon äusserlich an den Namen. In Griechenland gab es keine Familiennamen; die Namen waren freier Wahl überlassen, man bildete sie aus wohlklingenden Wörtern guter Bedeutung; zur nähern Bezeichnung fügte dann der Sohn den Namen des Vaters hinzu. Selbst in jenen wenigen alten Geschlech- tern, die sich in Griechenland erhielten, wurde der Name des Geschlechtes nur als ein überflüssiger Zusatz beibe- halten, ähnlich wie bei den ältern Heroenstämmen das aus dem Namen des Stammvaters gebildete Wort (das Patronymikon) nur eine historische Bedeutung hatte. In Italien dagegen führte jeder Freigeborne den Familien- namen in Verbindung mit seinem Vornamen. Daher kommt denn" auch hier eine Rücksicht auf die Ahnen des Geschlechts, gar nicht mehr bloss in so freier poetischer Beziehung, sondern als ein Rechtstitel vor. Diese Adelsherrschaft gründete sich ohne Zweifel zum Theil auf religiöse Ansichten desVolks. Nur die Patricier waren Priester, und die Religion war so ge- staltet, dass sie ihren Dienern gewaltigen Einfluss verlieh. Auch die Götterlehre der Etrusker ist uns zwar nur sehr unvollkommen, aber doch hinlänglich bekannt, um ihre Verschiedenheit von der griechischen wahrzunehmen; es herrschte darin ein allegorisches und moralisches Element vor. Bei den Griechen sahen wir, wie unbe- kümmert man in der frühem und bessern Zeit um die sittliche Bedeutung der Mythen war; die Götter waren aber dafür völlig lebende Gestalten, die ihren Charakter in ihren 'l'haten aussprachen. Ihre Beziehung auf die Men- schen, als Erhalter des Rechts und als Leiter der mensch- lichen Schicksale, kam nur allmälig in Betracht, und trat nur bei untergeordneten Gottheiten, bei den Eumenmidenn H. 2-1