Erhaltexie Bildwerke. 213 die Prolilzüge feiner, der Bart in eine Spitze auslaufend. Sehr merkwürdig ist demnächst das Relief in der Villa Albani, welches Winkelmann als die Darstellung der Erziehung des Bacchus durch die Leucothea, Islirt als die der Venus mit Amor und den G-razien erklärte. Eine Frau oder Göttin sitzt auf einem Sessel, den Schemel unter ihren Füssen, auf dem Schoosse hält sie ein stehen- des, nach ihr hingewendctes, und, wie die Bewegung der Hand verrath, sprechendes Kind; hinter demselben stehen drei Weibliche Gestalten, in sehr schroff abnehmender Grösse, Wahrscheinlich um die Entfernung perspectivisch anzudeuten, von denen die vorderste ein Tuch oder Band, vielleicht das Gängelband des Kindes, hinhäilt, um es demselben anzulegen. Die Kopfbildung hat Aehnlichkeit mit der der Aegineten, Stirn und Nase bilden eine ziem- lich grade Linie, das Auge steht etwas schräg, die Ober- lippe ist kurz, das Kinn zu lang und stark. Der Ausdruck ist freilich nicht sprechend, aber etwas weniger steif als dort. Ganz eigenthümlich ist die Behandlung des Ge- wandes, indem das Unterkleid der Göttin, so wie die Kleider der andern Gestalten mit graden, parallelen, senkrechten Falten gereift ist 5 der Mantel der Göttin hat freiern Wluf, seine Parallelfalten sehliessen sich der Körperbildung mehr an. Von den zierlichen Winkeln der Falten am Saume findet sich nur eine geringe Spur, das Haar ist nicht in künstliche Locken gelegt, sondern durch wellenförmige, parallele Linien angedeutet. Die Haltung des Körpers der stehenden Gestalten ist sehr steif, die Bewegungen der Arme sind aber leicht und natürlich. Im Ganzen ist hier also, obgleich das Fehlerhafte der Züge und die Behandlung des Gewandes auf die älteste Zeit hindeuten, doch schon eine freiere Richtung auf die