Auffassung der Natur. 137 der Anthropomorphismus der Griechen; weil sie die Na- tur nicht als ein Ganzes auffassten , mussten sie alle Erscheinungen menschenähnlichen Gestalten beilegen. Wir sehen, wie diese Naturauffassung mit dem Religiösen, wir können leicht wahrnehmen, wie sie mit dem Mora- lischen zusammenhängt. Denn das Einzehie bewährt sich nur durch die That als lebendig, und nur durch sie tritt es aus seiner Isolirung heraus. Daher (denn ich bedarf hier nur der kürzesten Andeutung] das Vorherrschen des kräftigen, männlichen Elements, daher der republikanische Sinn. Daher ist denn auch das gründliche, ausgeführte Gleichniss so charakteristisch für diese griechische Naturauffassung. Es ist eine durchaus plastische Form, vollständige Belebung der Gestalt in allen ihren Gliedern, und zwar durch ihre Beziehung auf den Menschen. Aber auch in dem Gebrauche des Gleichnisses selbst können wir die Schranken des griechischen Naturgefühls erken- nen. Denn nur für einzelne Handlungen, Bewegungen, Empfindungen des Menschen finden sich N aturbilder, für sein ganzes Wesen kennt der Grieche keinen würdigen Gegenstand des Vergleichs in der Natur. WVenn er die Kraft, die Schönheit eines Menschen schildern will, kann er ihn nur den Göttern vergleichen 4') Bei Homer unzählige Male: den umstcrblichcil Göttern ver- gleichbar. Nur für einzelne Schönheiten hat er Vergleiche (z. B. geringeites Haar wie die purpurne Blume Hyakinthos) oder für die Handlung des Verschönerns, 0d. VI. 229. Wie wenn mit goldnem Band ein Mann das Silber lmxgiesset, Also umgoss die Göttin ihm Haupt und Schultern mit Anmuth. Theokrit XVIII. 26) hier schon moderner: auch ist WVie wenn schimmernd (le_r Lenz aufstelget vom Winter, Eos am Hinnnel erhöht, erglänzt mit herrlichcln Antlitz: Also glänzte vor uns die goldne Helena weiland!