Die Götter. 85 Indessen wird denn doch die Stellung Erhalter des Guten nicht verkannt: der Götter als XVird doch unter Sterblichen, Wer böser Art ist, von den Himmlischen geslraft; Ihr gabt Gesctü uns, wie geziemt es also eilch, Selbst auch, gesetzlos, unsre Schuld zu thcilen? Noch weniger zeigt sich ein "ungläubiger Zweifel bei Aristophanes, so keck er mit dian Göttern verfährt; er spbttet mehr der Zweifler. Erst in der römischen Kai- serzeit kommt ein Spötter, wie Lucian, auf, der diese Götter wegen ihrer Uebelthaten mit Ironie behandelt. Man hat wohl vom christlichen Standpunkte aus, diese ruchlose Mythologie als ein Machwerls der Sünde behandelt, das von den Menschen erfunden sei, um ihre Laster zu entschuldigen. Offenbar mit grösstem Unrecht. Man kann es vielmehr umgekehrt als einen Beweis der Pietät betrachten, dass der fromme Sinn von der Ehr- furcht für die Götter so sehr durchdrungen war, dass er an diesen Mythen keinen Anstoss nahm, wie" auch der fromme Christ an Gottes Gerechtigkeit nicht zweifelt, wenn er sie auch nicht zu erkennen vermag. Gewiss ist es ein Beweis der Reinheit und Festigkeit des sittlichen Gefühls, wenn es auch ohne Gebot und ohne heiliges Beispiel sich so schön ausbildet. Dennoch darf nicht ver- kannt werden, dass die Sinnlichkeit der Religion, und selbst die Unabhängigkeit der Moral von ihr, obgleich die eigenthümliche Schönheit des griechischen Sinnes daraus hervorging, ein tiefer Mangel war, der auch für die Sitt- lichkeit selbst später die verderblichsten Folgen hatte und den schnellen Verfall des griechischen Volkes her- beiführte. Davon haben wir indessen an dieser Stelle noch nicht zu reden, freuen wollen. da wir noch des Aufschwungs llllS er