36 Griechische Architektur. des Säulenkopfes War, wie wir bemerkt haben, die runde und senkrechte Form der Säule mit der eckigen und hprizontalen des Gebälks und der Dachung durch einen Uebergang zu verbinden. Im dorischen Style wurde diese Aufgabe sehr consequent durch den noch runden Echinus, der in seiner obern Mündung sich an die quadrate und imposante Gestalt der schweren dorischen Platte an- schloss, gelöst. Diese Form hing aber nothwendig mit den sonstigen Eigenthümlichkeiten des dorischen Styls zusammen und war unter andern Verhältnissen nicht an- wendbar. Hatte man namentlich einen schlankern und- weniger verjüngten Säulenstamm, und liebte man iiber- haupt die markige Kraft des Dorismus nicht, so musste auch die Platte leichter und weniger ausladend, der Echinus niedriger und Weniger erweitert angebracht wer- den. Dann aber wären beide in ihrer Einfachheit unbe- deutend und zur Vermittelung des scharfen Contrastes zwischen der Säule und dem Deckenwerk nicht ansehn- lieh genug ausgefallen. Wenn man den sogenannten toscanischen Styl des Vitruv betrachtet, der nichts anders ist als ein schwächlicher Dorismus mit manchen Eigen- thümlichkeiten des ionischen Styls verbunden, wird man leicht noch andre Gründe Wahrnehmen , welche eine solche Form ungenügend machten. Da zeigt uns denn nun das ionische Kapital, wenn wir von seiner Aus: "schmückung und der scheinbaren Bedeutung der einzelnen Theile abstrahiren, in seiner Grundform eine ganz andere Lösung jener Aufgabe. Indem man nämlich dem Echinus selbst eine Gestalt gab, welche ohne das Runde völlig zu verlassen, doch zugleich durch eine Ausladung an den Ecken und durch die ebendadurch herbeigeführte Sonde- rung der Vorderansicht von den Seiten schon auf das