538 Antike Sculptur. Reliefs. viseh geschoben, giebt das Relief (seltene Ausnahmen abgerechnet) nicht vor dem XV. Jahrhundert. (Ghibertfs zweite Bronzethiir am Battisterio von Florenz; die Scuola di S. Marco in Venedig, mit den Seulptnren- der Lombardi etc.) In der Darstellung der Figuren fand die griechische Kunst nach längerm Suchen zwischenProfil und Vorderansicht diejenige s chö ne Mitte , welche bei der lebendigsten Profilbewegung doch den Körper in seiner Fülle zu zeigen und namentlich den Obcrleib auf das WVohlthuendste zu entwickeln Wusste. Die freistehende Giebelgruppe wird die Lehrerin des Reliefs; ihre Fortschritte Sind gemeinsam- Die schwierige Frage der Verkiirzungen, welche vielleicht nicht absolut lösbar ist, wurde auf sehr verschiedene Weise gelöst, bald durch wirkliches Heraustreten der betreffenden Theile, bald durch ver- stecktes Nachgeben. Starke Verstiimmelungen verhindern oft jedes unbedingt sichere Urtheil. Das durchgehende Grundgesetz des Reliefs ist, wie man sieht, die grösste Einfachheit. Die Mittel der Wirkung sind hier so be- schränkt, dass das geringste Zuviel in Schmuck, Kleidung, Geriithe u. s. W. den Blick verwirrt und das Ganze schwer und undeutlich macht. Wir wählen nun aus der Masse des Vorhandenen nur die- jenigen Werke aus, welche diese höhern Bedingungen deutlich er- füllt zeigen, nämlich die griechischen und die nahen und unverkenn- baren, auch mehrfach vorkommenden Nachbildungen von griechischen. Der Bequemlichkeit des Aufiindens zu Liebe mögen sie nach den Ga- lerien geordnet folgen; die Anordnung nach dem Styl oder nach den Gegenständen würde in einer Kunstgeschichte den Vorzug verdienen. a Im Vatiean: Museo Chiaramonti, am Anfang: ein sitzender Apoll; gegen das Ende: wandelnde baeehische Frauen. b Belvedcre, im Raum des Apoll: die zivei Tempeldienerinnen mit herrlich wallcnden Gewändern, einen widerspänstigen Opfcrstier führend. c Galeria delle Statue: Mehreres Treffliche, u. a. zwei Reliefs von griechischen Grabmälern. (Auch ein modernes Werk, vorgeblich von Michel Angele.) Köstliche Fragmente in die Piedestale mehrerer Sta- tuen eingemauert.