Collet Colomb. 355 Osservanti des h. Franciscus eine Himmelfahrt-der Maria. Zu Citta di Castello be- handelte er in der Kirche der Conventualen denselben Gegenstand in hoher Vollendung der Ausführung. Ebendaselbst befindet sich bei den Serviten eine Kreuzabnahme und in S. Angele ein Bild mit den h. h. Michael und Sebastian. Die Kirche S. Fran- cesco zu Cagli bewahrt von ihm eine Madonna mit Heiligen und die Sakristei des Domes von Urbino: die Apostel in kleinen oblongen Gemälden. Andere tüchtige Bilder von ihm sieht man zu Gubbio, Perugia u. s. w. Ausserdem entwarf Colle viele Zeichnungen für die Während der Regierungszeit des Herzogs Guidobaldo II. von Ur- bino (reg. 1538-1574) in besonderer Blüthe stehende Majolica-Fabrik zu Urbino. Er bildete zu S. Sepolcro eine Schule, aus der tücht-ige Künstler, wie Cristofano Gherardi, Gio. de' Vecchi u. A. hervorgingen. Gollet, Inigo, gest. 1'780 zu London, ein englischer Maler, der die durch Hogarth eingeschlagene Richtung der Genremalerei, aber mit noch weit mehr vorherrschender Neigung zur Karikatur befolgte. Unter seinen Bildern rühmt man besonders: den patriotischen Schuhilicker, den sterbenden Geizigen, einen Orgeldreher u. A. Collin, Alexandra, siehe Colin. Collin, Richard, geb. 1627 zu Luxemburg, ein Kupferstecher und Aetzer, der längere Zeit zu Rom lebte, dort unter J oach. Sandrarts Leitung die Kupfersteoher- kunst erlernte und sich nach seiner Rückkehr in's Vaterland zu Antwerpen und später in Brüssel niederliess, Wo er den Titel eines Kupferstechers des Königs von Spanien führte. Er arbeitete im Geschmack des Claudius Mellan und stach besonders viel für die „Teutsche Academie der edlen Bau-, Bild- und Malereikünste von Joach. v. Sandrart. Nürnberg, 1675." Zu seinen besten Blättern gehören: Barth. Murillo, nach dessen Selbstporträt (1682); Esther und Ahasverus, nach Rubens. Collins, ein englischer Glasmaler der neueren Zeit, dessen Bilder sich durch die Schönheit und harmonische Stimmung der Farben auszeichnen. Literatur. Gessert, Geschichte der Glasmalerei. 00111115, William, ein englischer Landschafts-, Genre- und Historienmaler, _Mit- glied der Akademie zu London, geb. daselbst 1788, gest. 1847, bewegte sich in den verschiedenen Fächern seiner Kunst mit grossem Glück. Wir kennen von ihm Land- schaften, die sich durch Wahrheit und Zartheit der Tinten auszeichnen, Genrebilder, unter denen ihm besonders die aus dem Leben der englischen Fischer und Landleute gelangen, ja, er wagte sich auch an historische und kirchliche Darstellungen, an denen man namentlich die Kraft in Farbe und Ausdruck rühmt. Collyer, Joseph, geb. um 1748 zu London, gest. um 1792, ein Kupferstecher, der mit der Nadel, mit dem Grabstichel, lIl Punktirnianier und in Schwarzknnst ar- beitete, und eine grosse Anzahl Seestücke und Porträts ausfiihrte. Unter seine besten glättet gehört; eine gTOSSODBSiIIfITIIgDOilIStIgIIIIg nn Freien, nach Teniers (1792), e annt unter dem Namen: 11 S0 a5 1111e- Colomb oder Coulomb Michel, geb. 1430 zu Tours, est. um 1514, ein Bild- auer, "tailleur dymages", er, 81' e 81' 1Sc er er ortigen Gegend, u. 11m h ' d a P t v" h a ag A 1506 das prachtvolle Denkmal Franz II. von Bretagne im Dorn zu Nantes schuf. Er erlernte Seine Kunst bei Claux Sluter, dem Verfertiger des Grabmals Philipp des Kühnen und des Mosesbrunnen in DijßIl, und bei Picrre Ant oinie, dem "Moiturier". 1507 verfertigte er die Sculpturarheiten zu dem Brunnen für den Kardinal d'Amboise in dessen Schloss von Gaillon und von 1507-1510 das h. Grab für die Kirche St. Sauveur de la Rochelle mit sieben Figuren in natürlicher Grösse, um den Preis von 40 „escus d'or" für jedes "ymaige". Endlich noch 1511 das Grabmal Phili- bertfs von Savoyen für die Kirche zu Brou. Bei seinen Arbeiten halfen ihm seine drei Nelfen, und zwar unterstützte ihn Guil. Regnault bei der Sculptu? lBahstyen Frangois besorgte das Architektonische und Frangois Coulombe die o yc romie, eines der vielen Beispiele von jenem Ineinanderarbeiten, welches damals die reichsten und vielseitigsten Kunstschöpfungen so sehr vereinfachte. Literatur. De Laborde, Les ducs de Bourgogne. Paris, 1849. Didron, Annalen urchäologiques. Paris. Jahrgang 1845.