'I'exti le Kunst. Kleiderwesen 213 und vor der Entdeckung Ninives geschrieben wurden steigert ihr Verdienst, schwächt nur Wenig das Gewicht ihres Inhalts. Seitdem haben Spezialforschungen die besonders auf dem Ge- biete des mittelalterlichen Trachtenwesens thätig waren, in der neuesten Zeit auch die genauere Kenntniss der Monumente und der Kulturgeschichte Aegyptens, vornehmlich aber die assyrischen und babylonischen Alterthümer, verbunden mit den umfassenden Wer- ken über Persien, den Gesichtskreis der Kostümkunde bedeutend erweitert. Mit Benützung aller dieser neuen Hülfsquellen der For- schung hat Herr Hermann Weiss in Berlin ein Handbuch der Ge- schichte der Trachten, des Baues und Geräthes von den frühesten Zeiten bis auf die Gegenwart herauszugeben angefangen, dessen Anlage eine "geschickte Benutzung des allerdings gut vorbereiteten Stoffs verräth, obschon ich seinen Plan für zu timtassend halte und meine dass er das Bauen als eine mehr den schönen Künsten als der Schneiderei zuzurechnende Aeusserung des nationalen Lebens hätte füglich aus demselben aussehliessen können. Ich Werde das Entgegengesetzte thun und, in Betracht der grossen Schwierigkeit einen so umfassenden Plan wie den dieser Schrift in allen seinen Rubriken angemessen auszufüllen, die Kunstbethätigungen der Völ- ker hauptsächlich nur in ihren Beziehungen zu der Baukunst und nur mit Rücksicht auf bestimmte Stilgesetze die durch sie erklärt werden in den Bereich derselben einschliessen, und somit für die wichtige Rubrik die uns jetzt beschäftigt den oben bezeichneten Aus- weg Wahlen, nämlich meine Ideen über das Kostümwesen der kunst- übenden Völker des Alterthums und der christlichen Zeitrechnung in die allgemeinen Betrachtungen über den Stil ihrer Baukunst ver- flechten. Ich beschränke mich daher hier mit Hinweis auf das genannte Buch, das auch darin grosses Verdienst hat dass es die Quellen der Forschung über diesen Gegenstand angibt, auf einige den Stil der Kleidung im Allgemeinen betreffende Bemerkungen, wozu ich zum Theil durch einzelne Stellen des bereits veröffent- lichten Theiles der Schrift des Herrn W eiss veranlasst wurde. Gegensatz der freien g. .58. griechischen Drapcrie den 'l'rachten der Barbaren. Vieles Falsche liegt in unserer neuesten Richtung der Histo- rienmalerei, aber unter allem Falschen das Falscheste ist das an sich verwerfliche Suchen nach Knstiirnfreuo bei historischen