435 halten die Deckengemälde, mit welchen der grosse Saal des Palastes Barberini geschmückt ist, das Hauptwerk des Pietro da Cortona 1) in der ersten Hälfte des sieben- zehnten Jahrhunderts. 4. Ohne die allegorische Tendenz hat man auch die übrigen Herculesthaten häufig schon im funfzehnten Jahr- hundert dargestellt, geleitet durch das Interesse für die Antike und um der techniseh-künstlerischen Aufgaben willen, zumal für die Plastik, welche sie darboten. Da- her die Meister, welche jene Richtung insbesondere re- präsentiren in der Sculptur wie in der Malerei, hier voranstehen. Also aus der Schule von Padua, von Andrea Mantegna sind zwei Kupferstiche: Hercules im Kampf mit der Hydra und mit Antäus, beide mit der Aufschrift: divo Herculi invicto 2). Vorzüglich aber bei den Floren- tinern waren diese Aufgaben beliebt, nachdem Dona- tello damit den Anfang gemacht hatte: unter seinen oben (S. 324.) erwähnten acht Marinorbildern im Hofe des Palastes Biecardi, die nach antiken Kameen gearbeitet sind, ist Hercules gebildet, wie er die Aepfcl aus dem Garten der Hesperiden raubt und wie er den Amor auf seinen Schultern trägt 3). Daran schliessen sich die Herculesthaten in den Reliefs des Antonio Filarete an den Brenzethüren der Peterskirche. Gemalt sind der- gleichen von Antonio Pollajuolo: drei Bilder von ihm, die Erlegung des Antüus, des Löwen und der Hydra, jedes fünf Ellen hoch, waren im Palast der Medici zu Florenz 4); auch ist von ihm eine Coinposition, Hercules 1) Platncr Beschr. Roms III, 2. S. 430. 2) Bartsch Peintre grav. T. XIII. p. 237. n. 15. 16. 3) S. die Notiz von Gori bei Cicognara Stor. d. scult. T. IV. p. 123. 4) Vasari Leben der Maler II, 2. S. 229 f. Zwei kleinere Dar- Stellungen des ersten und letzten Gegenstandes sind in der Florentin. Gallerie, s. ebendas. S. 230. A. 21. 28