399 welche ebenfalls in jener Gesimsverzierung zu Freiburg, so wie im Münster zu Basel sich lindet; Wiewohl es vorbehalten bleiben muss anzunehmen, dass in den Mo- tiven dieser Reliefs zu Halberstadt, die keinen bemerkbaren Zusammenhang zeigen, Künstlerlaixne frei gewaltet hat. 3. Sonst also scheinen die Centauren eine an der Grenze der Kirche wirkende, auch wohl in sie eindringende dämonische Gewalt zu repriisenliren. Dem gegenüber ist nun eine Vorstellung derselben sowohl in der Unterwelt als in einer überirdischen Sphäre aus dem vierzehnten Jahrhundert zu bemerken. Die erstere gründet sich auf die Dantdsche Poesie, die ihrerseits jene Vorstellung des Alterthums von den Centauren als Dämonen der Unterwelt für die Scenerie der Hölle verwendet hat 1). Im siebenten Kreise der- selben, wie der Dichter schildert 2), müssen diejenigen, welche gegen ihren Nächsten Gewaltthat geübt, in einem Strome siedenden Blutes büssen, worin sie von Centauren zurückgehalten werden: und Centauren, rennend, pfeilbcwaHnet, zogen, Sich folgend, zwischen Fluss und F elsenwand, Wie in der Welt, wenn sie der Jagd gepflogen; wie es weiterhin heisst: Am Graben rings gehn tausend Pfeilbewehrte Und schiessen die, so aus dem Pfuhl herauf hlehr tauchen, als der Iiichterspruch gewährte. Da Dante jede Sünde durch sich selbst bestraft werden lässt (nach Weish. XI, so erscheinen hier die Cen- L 1) Später hat auch Sannazar in einem christlichen Epos die Centauren unter den Dämonen der Hölle aufgeführt, De partu virgnl, 395: Sßlflifßflllllqllß genus Centauri et Gorgones atrae etc. 2) Dante Infern. XII, 55 ff. 73 ff.