398 Pfeil abschiesst, der andere einem Drachen einen Spiess in's Maul stösst 1). Ebenso ist in der ehemaligen Kloster- kirche zu Ilbenstadt in der Wetterau aus der Mitte des zwölften Jahrhunderts an dem untern Pfeiler des Kreuzes ein Centaur vorgestellt, der einem Drachen einen Pfeil inis Maul schiesstz). Auch an einem der Chorstühle in der Kathedrale zu Poitiers aus der ersten Hälfte des drei- zehnten Jahrhunderts ist ein Pfeil-schiessender Centaur, wie an einem andern eine Sirene, gebildet 3). Unge- wöhnliche Vorstellungen enthalten in der Liebfrauenkirchc zu Halberstadt die Fries-Reliefs an der Aussenseite der steinernen Chorschranke, durch welche das Kreuzmittel der Kirche von dem südlichen Kreuzarm getrennt wird, ebenfalls aus dem zwölften Jahrhundert 4): unter den eilf Gruppen derselben zeigen die zweite und vierte eine Centaurin mit zwei Kindern, die an ihre Brust gehen, und zwei Centauren, die sich bei den Haaren haben 5). So zeigt (s. oben S. 389.) auch eine Gesimsverzierung im Münster zu Freiburg zwei geflügelte, 1nit'Schild und Schwerdt bewehrte Centauren, welche mit einander kämpfen: diese Vorstellung scheint analog zu sein jener sonst vorkommenden Verfolgung eines Löwen oder eines Drachen durch einen Centauren; die erstere, die saugende Centaurin, erinnert an die gleiche Darstellung einer Sirene, 1) Vügelin in d. Mittheil. der antiq. Gesellschaft in Zürich Bd. I. S. 31. Anm. 24. Taf. VII. lig. 1. B) Abgebild. bei Fr. Hub. Müller Beitr. zur teutschen Kunst- u. Gesch-Kunde. Erster Jahrg. 1832. N0. XX. S. 83. a) S. oben S. 391. Anm. 1. 4) Kugler Kunstgesch. S. 494. setzt die Reliefs dieser Chor- schranken in die erste Ilälfte, v. Quasi; im Tüb. Kunstblatt 1845. S. 222. in das Ende des zwölften Jahrhunderts. 5) Auf diese Vorstellungen wird hingedeutet im Tüb. Kunstblatt 1841. S. 410.