327 verwaltet, offenbar im Zusammenhang mit der damals in Italien für das klassische Alterthum herrschenden Be- geisterung, hier zunächst mythologische Vorstellungen, die der leiblichen Schönheit und dem sinnlichen Interesse Raum geben, in den Vordergrund treten 1). Den Anfang macht Sandro Botticelli (1437-1515) mit seinen Venusbildern: die Geburt der Venus und Venus von den Grazien bekränzt sind in der Florentinischen Gallerie, eine Venus in der Stellung der mediceischen im Museum zu Berlin (n. 1124). Auch hat er eine Pallas und einen Bacchus gemalt, die beide nicht mehr vorhanden sind- Auf seine Planetengottheiten werde ich später (S. 47.) zurückkommen. Ebenfalls mehrere Venusbildcr sind von Pier di Cosimo (1441-1521) ausgeführt: ein Haupt- werk, worin auf blumenrcicher Wiese Venus, an welche Amor sich schmiegt, und gegenüber Mars ruht, dessen Waifenstücke Liebesgötter forttragen, ist zweimal vor- handen, im Museum zu Berlin (n. 107.) und in S. Niccolo; aber ein Bild der Venus und des Mars mit den Liebes- göttern und dem Vulcan, so wie einige Bacchanalien von ihm mit Faunen, Satyrn und Bacchantinnen sind ver- schollen. Von Domenico Ghirlandajo (1451-1495) ist nur die Geschichte Vulcans zu bemerken mit vielen 1) Anders bestimmt Rumohr Italien. Forsch. Th. II. S. 394. den Gegensatz beider Schulen, indem er auf die Mittel der Dar- stellung mythologischer Figuren, nicht auf die Vorstellungen selbst sieht: die Paduaner hätten sich auf die Nachahmung des Hahituellen antiker Denkmale beschränkt, wogegen die Floren- tiner, dieses übergehend, sich begnügt hätten durch die bekann- testen Symbole des Alterthums anzudeuten, was ihnen jedesmal der Anregung werth schien, indem bei ihnen die Hinneigung zur Fabel aus einem gewissen Bedürfniss der Allegorie ent- standen sei. Mir scheint diese Ableitung für die Paduaner zu iiusserlich, zumal lllantegnzfs Bestrebungen nicht zu erschöpfen.