162 und der neuen Kunst. Ein so bewusstes Eingehen in Gedanken und Kunstvorstellungen des heidnischen Aller- thums ist jener, gerade wegen der näheren Berührung, in welcher sie mit demselben stand, fremd: auch würde die Kirche dergleichen heidnische Interessen nicht anders denn als Verleugnung des Glaubens von sich ausgestossen haben. Die Beproduction antiker Kunstvorstellungen kann freilich auch ohne Interesse an dem Inhalt, rein als künst- lerische Aufgabe behandelt werden. Diese Art Objectivität ist allerdings der modernen Zeit eigen, die sich darin ihrer Vielseitigkeit rühmen mag; es frag-t sich aber, oh nicht auch etwas von Herzlosigkeit darin liegt. Jedenfalls ist eine solche Objectivität der Kunst des christlichen Alterthums nicht minder fremd, welche damals natur- gemäss aus dem Leben hervorwuchs und in ihren Aufgaben auf einen kleinen nur allmälig sich erweiternden Kreis sich heschränkend von dem christlichen Bewusstsein eben so festgehalten, als auf ihrem grossen Wege vorwärts getrieben wurde. AI Aus der ÜÖIJtPIWYBIf. IQ Im christlichen Alterthluni Durch die Uoberlieferungen heidnischer Zeit und die Macht der Gewohnheit ward jener Kreis allerdings durch- brochen. Die Denkmäler christlicher Zeit, auf denen mythologische Motive in einem ihrer ursprünglichen Be- deutung verwandten Sinn sich fortpflanzen, sind, wie gesagt, vornehmlich Münzen und Grahmonumente; aber auch hochzeitliches Geräth mit solcher Ausschmückung ist aus dem christlichen Alterthum uns erhalten. Etwas anderes ist es, wenn anstatt dieser bedeutungs- vollen Benutzung mythologischer Vorstellungen solche