149 Das eine ist das Speculum humanae salvutionis, welches die Hauptereignisse der evangelischen Geschichte erzählt und durch Bilder veranschaulicht. Dies Werk, welches früher in's zwölfte Jahrhundert gesetzt wurde 1), ist nach der Angabe einiger Handschriften erst um 1324 verfasst 2). Nach seiner populären Anlage hat es grosse Verbreitung gefunden, wodurch es auch als Zeugniss von dem, was gegen Ende des Mittelalters gern gesehen und gelesen wurde, besondere Bedeutung erhält. Es ist noch im funf- zehnten Jahrhundert fünfmal lateinisch und oft in hol- ländischer, deutscher und französischer Uebersetzung er- schienen 3). Ein Exemplar der lateinisch-deutschen Ausgabe l) Heinecken Idee gener. etc. p. 468. 478. (er setzt eine Wiener Handschrift dieses Speculum in's zwölfte Jahrhundert). Jacobs Beitr. zur alt. Literat. I. S. 158. Anm. 2. 2) Waagen Kunstw. und Künstler in Paris S. 317. Guichard an dem gleich anzuführenden Ort p. 31. 130. Bemerkens- werth ist auch, dass nicht allein in beiden Ausgaben in der Darstellung der Kreuzigung nur drei Nagel angewendet sind (was in den Abbildungen der späteren Zeit geändert sein könnte), sondern es auch ausdrücklich im Text Cap. XXXIX. zu iig. l. heisst, wo Christus mit einem Krieger verglichen wird: pro calearihus usus est clavo ferr(e)o uno, d. i. die Füsse seien mit Einem Nagel befestigt gewesen, was darauf hinweiset, dass das Werk wenigstens nicht vor dem dreizehnten Jahrhundert verfasst ist. 3) Dies Werk hat daher in bibliographiseher Hinsicht vielfach Beachtung gefunden, zuletzt sehr genau von Guichard in s. Schrift Notice sur Ie Speculum humanae salvationis. Par. 1840. 8.: das Interesse an dem Inhalt ist darüber etwas versäumt werden. Ausführlichere Kenntniss davon hat Fr. Ja- cobs gegeben, a. a. O. S. 152-159, nach einer Ausgabe, in welcher mit diesem Speculum das Speculum Mariae vermischt und welche mit deutscher Uebersetzung zu Augsburg im J. 1471 oder 1472 herausgekommen ist: s. übe? dieselbe Guichard l. c. p. 40-42. Ein Index der Kapitel und der Bilder bei Guichard p. 9-27. Von den Miniaturen einer Handschrift