120 der Welt einst eingenommen waren von dem Truge der Dämonen, der durch götzendienerischeil Wahn über das Leben der Menschen Gewalt bekommen. Eben so die lateinischen Apologeten. Tertullian 1) sagt in seiner Schutz- schrift an den Scapula: ihr haltet die für Götter, die wir für Dämonen erkennen. Und Minucitis Felix 2) beruft sich auf das Zeugniss der vermeintlichen Götter (eines Saturn, Serapis, Jupiter) selbst, dass sie Dämonen seien, da sie bei dem wahren Gott beschworen erzittern und von den Besessenen ausfahren. Augustinus 3) endlich giebt als die Summe seiner Belehrung über die Götter an: sie seien unreine Geister und boshafte, trügerische Dämonen. Hiernach erhält sich dieselbe Ansicht im Mittelalter 4), in welchem auch eine merkwürdige Malerei von ihr Zeugniss giebt. In der christlichen Kunst war natürlich selten Veran- lassung, heidnische Götter vorzustellen. Aber auch eine persönliche Darstellung des Teufels war dem christlichen Alterthum fremd: er ward nicht anders als symbolisch durch die Schlange abgebildet. Persönlich aber ist er vorgestellt in einem byzantinischen Miniaturbild der Ver- suchung Christi, welches eine Pariser Handschrift der Predigten des Gregor von Nazianz aus der zweiten Hälfte des neunten Jahrhunderts enthält 5): er erscheint in ganz Tertull. ad Scapul. c. 2. Vergl. dessen Apologet. c. 20: dei nationum daemonia. z) Minuc. Fel. Octav. c. 27. a) Augustin. Civ. dei IV, 1. vergl. VIII, 26. und De consensu evang. Lib. I. c. 15. S. 23, wo er die Götter in eine Klasse stellt mit den Dämonen der Besessenen im N. T. 4) Vergl. Jac. Grimm Deutsche Mythol. 2. Ausg. S. 870. 957. und Ueber zwei eutd. Gedichte u. s. W. (Phil. und histonAhhdI. der Berl. Akad. 1842) S. 20. 5) Wahgen Kunstwerke und Künstler in Paris. S. 209. n. 21, b.