E i D l 8 i t I1 I1 Aufgabe. i. Keine Epoche der Geschichte ist lehrreicher, als die, in welcher das Christenthum in die Welt trat, be- sonders nach der Stellung, welche dasselbe zum Alter- thum einnahm. Damals hiess es: das Alte ist vergangen, siehe, es ist Alles neu geworden. Denn im Alterthiun ging die Religion im Verhält- niss zu dem öffentlichen, bürgerlichen und häuslichen Leben nicht so nebenher, wie unter uns zuweilen stark davon die Rede ist, sondern sie hatte alles das durch- drungen und war untrennbar damit eins. Darum konnte das Christenthum, da es neue Gestalt des Lebens an's Licht brachte, gegen die bisherigen Formen und Erzeug- nisse desselben nicht anders als im Gegensatz auftreten, wie es auch von ihnen verneint wurde. Das zeigt sich in Beziehung auf den heidnischen Staat, der in dem Gericht der Geschichte bereits dem Untergang geweiht, nicht ohne einen lnstinct der Selbsterhaltung oftmals mit Feuer und Schwert der Kirche entgegentrat, welche der rohen Gewalt nur ein offenes Zeugniss, den weltüberwindenden Glauben und die Festigkeit der Ge- sinnung entgegensetzte. Und auf beiden Seiten in der Gesinnung und Sitte, die gegenseitig einander abstiessen. Pipcr, Mythol. u. Symbol. d. chr. Kunst. I. 1