615 der in dem bekannten chronographischen Sammelwerk aus Bom vom J. 354 seine Stelle hat, welches an christlichen Documenten den ältesten Märtyrerkalender nebst einer Ostertafel umfasst: eine jetzt verschollene Handschrift des 8. oder 9. Jahrhunderts, einst im Besitz von Peiresc, enthielt diese und andere Bilder, welche einzig durch die Copieen erhalten sind, die von sämmtlichen Miniaturen dieser Handschrift Peiresc (um 1618) nach Rom geschickt hatte und gegenwärtig die barherinische Bibliothek auf- bewahrt 1). Darnach bilden jene Figuren eine Verzierung des Blattes, welches zu Anfang des Kalenders die natales Caesarum, voran aber das Brustbild des Constantius mit dem Phönix auf der Hand enthält; sie sind sämmtlich stehend dargestellt mit beigeschriebenemNamen: Roma be- helmt, mit der Weltkugel und einer kleinen Victoria, von der sie gekrönt wird; darauf folgt Alexandrien durch Aeh- ren und Schiffe bezeichnet; Constantinopel mit der Thurm- krone; endlich Trier einen gefangenen Barbaren führend z). Eine ausgedehnte Verwendung erhielten in dieser Zeit die Figuren von Ländern und Provinzen, da sie den höhern Provinzialbehörden des römischen Reichs als Amtszeichen dienten: vielleicht waren sie im Grossen ausgeführt und bestimmt, im Geschäftslocal der Behörden aufgestellt, auch bei feierlichen Gelegenheiten vorgetragen zu werden; jedenfalls wurden sie wie alle übrigen Amts- insignien in den Ernennungs-Patenten abgebildet 3). Dem- gemäss finden sie sich in der Notitia dignitatum utrius- que imperii, die in ihrer gegenwärtigen Gestalt dem 1) Mommsen a. a. O. S. 551. Wie dort berichtet wird, ist eine Veröffentlichung dieser Zeichnungen, es sind mit der Feder gezeichnete Umrisse von de Rossi zu erwarten. 2) Ebendas. S. 554 f. 565. a) Bü cking Ueber die Notitia dignitatuln utriusq. imp. Bonn, 1534. S. 97. 104.