607 schen Scene folgendermaassen beschreibt 1): nach dem Tode seines Vorgängers steigt die Oenotria (d. i. die Italia) von den Felsen des luftigen Apenninus in die Grotte des Tiber und veranlasst den Flussgott die Göttin Roma zu bitten, dass sie aus dem Orient einen kriegs- tüchtigen Herrscher gewinne: demzufolge begiebt sich dieselbe, die in gleicher Gestalt 2) und Rüstung erscheint wie nach der vorigen Schilderung, überdies mit einem Schwerdt an der Seite, an den Sitz der Aurora, von der sie zuvorkommend als caput mundi (nachher auch als sancta parens) begrüsst wird a), worauf sie ihr eröffnet, Slu komme nicht, alte Besitzungen zurückzufordern, son- dern um den Anthemius zu bitten, den ihr die Aurora auch bereitwillig zugesteht. Indem wir nun zur Betrachtung der Denkmäler selbst übergehn, haben wir vor allem den Unterschied zu beachten, ob die Pcrsonification von Stadt und Land nur nach antikem Herkommen beibehalten oder in eigen- thümlich christliche Vorstellungen neu aufgenommen ist. 4. Von der erstern Art sind es vornehmlich öffent- liche Denkmäler, Kaisermünzen, demnächst Consulardi- ptychen, auf denen besonders die Figuren von Rom und Constantinopel noch bis in's sechste Jahrhundert sich finden; wozu noch einige andere Sculpturen nebst etlichen Miniaturen kommen. Dass auf Münzen noch geraume Zeit unter den Augen christlicher Kaiser die Figuren der Roma und der Tyche von Constantinopel sich erhalten, darf am wenigsten be- fremden nach der Geltung, welche sogar die Statuen der 1) Id. Carm. II. v. 317 sqq- 2) Ibid. v. 389: exertam mammam; side turres. 3) Ibid. v. 438. 517. 392 : inclusae latuerunt C85-