529 dass sie hier fortlaufend in Einer Breite ausgeführt ist; dasselbe enthält auch die ähnlichen Figuren des rothen Meeres, des Abgrundes, der Wüste und der Nacht, nur ohne beigeschriebene Namen: die Meernyinphe, gleichfalls mit halbem Leibe aus dem Wasser hervorragend und mit der Rechten dem Pharao in die Tiefe winkend, trägt hier in der Linken statt des Ruders einen Zweizack. Auch bei David ist einigemal der Jordan in Person vorgestellt. Namentlich aus Anlass der Stelle Psalm 42, 7: ndarum gedenk' ich dein aus dem Lande des Jordan, des Hermon" in dem mehrerwähnten Psalterium des 10. Jahr- hunderts zu Stuttgart 1): man sieht im Hintergrunde rechts den König; vorn in der Mitte erscheint die Terra weib- lich gebildet, zu beiden Seiten breiten die blauen Fluthen des Jordan sich aus, an dessen Enden zwei männliche Figuren sitzen, die eine zur Rechten nackt, mit einem Füllhorn auf der Schulter, aus welchem Blätter spriessen, die andere zur Linken bekleidet, mit einem Palmzweig: der Name ist über beiden getheilt geschrieben DAN-JOR. Dieselbe Handschrift zeigt auch einen Meerdämon in einem Bilde?) zu Ps. 69, 15. 16., wo David den Herrn anruft: nRette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke! Lass nicht die Wasserfluth mich überströmen und nicht den Abgrund mich schlingen", eine Scene, die nach Analogie der Darstellung, wie Jonas in's Meer ge- worfen wird, aufgefasst .ist, während sie eine entgegen- gesetzte Veranlassung hat: denn hier ist- es ein Verehrer Jehovafs, der von zwei feindlichen Männern aus dem Schiff in's Meer hinabgelassen und von einem Ungeheuer die den Miniaturen der vaticanischen Handschrift des Josua wenig nachstehen möchte. I) B1. 54. a. s. oben S. 80. Anm. 2. 2) Bl. 79. a. Piver, Mythol Symbol. chr. Kunst. 34