3141 Meist dient diese Personificatioxi nur den Schauplatz zu bezeichnen, ohne dass ihr eine Betheiligung bei der Handlung eingeräumt ist. Zuweilen ergiebt sich jedoch eine natürliche Beziehung zu den handelnden Personen, wenn z. B. der Jordan beim Durchgang der lsraeliten unter Josua vorgestellt ist, wie er seine Wellen auf- thürmt, um den Pfad für dieselben trocken zu legen 1), oder wenn er bei der Taufe Christi auf dessen Haupt sein Wasser ausgiesst 2). Hingegen besteht nur eine Gedankenverbindung wenn die vier Flüsse des Paradieses erscheinen, ihr Wasser in den Mund der symbolischen Figuren der Evangelisten giessend 3). Doch entbehrt die Vorstellung einer objectiven Beglaubigung nicht, welche ein ethisches Verhältniss der Natur zum Erlöser andeutend, den Jordan bei der Taufe Christi bewegt von der heiligen Handlung zeigt: einmal sieht man ihn nehmlich den ge- öffneten Himmel anstaunend 4), ein andermal wie er vor dem Herrn zurückschricktä), gleichwie einst bei dem Durchgang der Israeliten unter Josua. Die letztern Figuren, die Paradiesestlüsse und der Jordan bei der Taufe Christi, sind es, welche in diesem Zeitalter am häufigsten in menschlicher Gestalt erscheinen. 2. Die vier Flüsse des Paradieses sind in dreifacher Hinsicht zur Darstellung gekommen: theils eigentlich in Beziehung auf das Schöpfungswerk, theils symbolisch in Anwendung auf die evangelische Geschichte, endlich in Beziehung auf die letzten Dinge. In der Bibel von St. Paul 9. Jahrh. zu Rom. u) Im Evangel. 11. Jahrh. zu Prag. 3) In der Bibel 12. Jahrh. zu Erlangen. 4) In dem Ilortus deliciarum 12. Jahrh. zu Strassburg. 5) In einem Frescogemälde in S. Laura auf dem Berge Athos. Den Gedanken spricht schon Ambrosius aus in einem Hymnus auf Epiphanias als Fest der Taufe Christi, Opp. ed. Bened. T. II. p. 1221. e. auch bei Daniel Thes. hymn. T. I. p. 19.