401 sie nach Maassgabe der himmlischen Bewegungen ein- getheilt wird in Tage und Jahre, so selbst auch wieder das Maass dieser Bewegungen ist; sodann dass die Zeit, als die uranfängliche, viele Jahre zahlt, sie macht alles altern und erscheint selber als alt; endlich dass die Zeit für sich nur langsam fortschreitet (denn was gelten Jahre oder auch Jahrhunderte gegen die immerwährende Zeit), aber einen raschen Wechsel erzeugt, daher sie pfeil- schnell vorüberztlfahren scheint. An diese handschrift- liche Darstellung schliessen sich die Bilder in den Aus- gaben des Petrarca an. Aber auch in-eigenen Kupfer- stichen und Gemälden sind die Triumphe wiedergegeben, welche wir zuvörderst in's Auge zu lassen haben. Die Triumphe sind erstens in Kupfer gestochen von Nicoletc di lVlodena zu Anfang des 16. Jahrhunderts, und Zwar der Triumph der Zeit in zwei verschiedenen Compo- Sitionen 1), von denen die eine ganz der eben erwähnten Vorstellung entspricht: auf einem Wagen von zwei Hirschen gezogen sieht man die Zeit als einen geflügelten Greis mit zwei Krücken gehend, neben ihm auf jeder Seite eine Sanduhr, das ganze Bild hat zur Unterschrift die Verse: „lst mehr denn als ein Tag das Menschenleben u. s. wfi, v. 63-65. und v. 118-1212). Und ähnlich von einem unbekannten italienischen Meister 3), nur dass der Zeitgott wieder einen Himmelsglobils in der Rechten, Bartsch Peintre grav. T. xm. p. 278 sq. n. 43. 45. Beide Blätter sind im K. Kupferstichkab. zu Berlin. 2) Ein entgegengesetztes Motiv enthält das andere Blatt mit Unter- schrift der Verse 139-144: es zeigt in einem Medaillen, wel- ches auf einem von zwei Elephanten gezogenen Wagen sich erhebt, die Zeit als ein jugendliches Weib, sitzend auf meer- urnspültem Lande, mit einem Schwerdt in der Rechten; auf der Linken hält sie ein Kind, welches einen Pfeil abschiesst. 3) Bartsch I. c. p. 119. n. 16. Seine Geschicklichkeit wird nicht gerühmt. Piper, Mythol. Symbol. chr. Kunst. 26