353 sie nicht sowohl als Hemera, sondern vielmehr in jener engern Bedeutung als lllorgengöttzin, sowohl aus mythi- schem Anlass, namentlich bei dem oftmals dargestellten Raube des Kephalos 1), als zumal in kosmischer Geltung in Verbindung mit dem Helios beim Sonnenaufgang 2). Sonst liess sich der Morgen und der Abend mittelbar andeuten durch den Sonnengott und die Mondgöttin vermöge der Stellung, die sie in ihrer Himmelsbahn einnehmen: nehmlich der Morgen durch den aufsteigenden Sol und die niedersteigende Luna und umgekehrt der Abend. Und so sind sie nicht selten beide zusammen, Sol mit dem Viergespann, Luna mit dem Zweigespann vorgestellt 3). Abebdie Boten des Tages und der Nacht sind der Morgen- und der Abend- stern, die beide schon bei Homer erwähnt werden 4): erst eine spätere Zeit erkannte, dass es nur ein und derselbe Stern sei 5) ; doch zeichnen den Morgenstern bei den Dichtern weisse oder rosige Flügel ß) 305,1 wogegen der Abend- stern als der dunkele bezeichnet wird T), auch hat dieser ein dunkles, jener ein weisses Boss S). Durch I) Denn diesem Mythus ist es wesentlich, dass der Jüngling, ein Jäger, am frühen Morgen von ihr entführt wird; O. Jahn Archäol. Beitr. S. 99. 2) Eos mit einem Viergespann, gefolgt von dem Wagen des I-Ielios, auf einer Vase von Canosa, bei Gerhard Ueber die Licht- gottheiten in d. Philol. u. histor. Ahhandl. der K. Akad, der Wiss. zu Berlin. Jahrg. 1838. S. 386. Taf. III, 1. 1') O. Jahn Archäol. Beitr. S. 79 ff. 85. Vergl. oben S. 116 f. 4) I-Iom. II. w, 226. f, 318. 5] Zuerst Pythagoras nach Plin. Hist. nat. Lib. II. c. 8. Vergl. Cic. Nat. deor. Lib. II. c. 20. Stat. Theb. VI, 241. Serv. in Aen. VIII, 590. Ü) Jon Chius fr. 59. p. 63. ed. Köpke nennt ihn Äsvxonräguya vrgddgoyov. Hingegen mit roseis alis schildert ihn Valer. F lacc. Argonaut. Lib. VI. v. 527. 7) Stat. Theb. Lib. VIII. v. 159. B) Ovid. Fastor. II, 314. Metam. XV, 189. Piper, Mythol. u. Symbol. d. rhr. Kunst. I. 2. 23