209 und zwar werde das geschehn, wenn die Sterne vom Himmel fallen werden (Matth. 24, 29.) bei der Wieder- kunft des Herrn 1). Im Wesentlichen ist diese Ansicht auf das lateinische Mittelalter übergegangen. Innerhalb des theologischen Systems hat Thomas von Aquino 1274) sie festge- stellt bei Erörterung jener Frage von der Beseelung der Gestirneir). Er findet in der Sache wenig oder gar keinen Unterschied zwischen denen, welche die Himmels- körper für beseelt und welche sie für unbeseelt halten, sondern nur im Ausdruck; doch erklärt er sich mit Be- rufung auf Johannes Damascenus gegen die erstere An- nahme. Andererseits will er die Bewegung der Himmels- körper nicht für eine bloss von Natur erfolgende, wie bei schweren und leichten Körpern, angesehen wissen, weil jede natürliche Bewegung zur Ruhe kommt, was bei jenen Körpern nicht der Fall ist. Er schliesst also, dass es geistige Wesen (substantiae spirituales) sind, von denen die Bewegung der Himmelskörper abhängt, das heisst Engel, welche mit diesem Dienst beauftragt sind, ähnlich wie die Engel, denen der Schutz der Menschen obliegt 3). Demnächst haben die Dichter dieser Lehre sich hemächtigt. Sie ist aufgenommen im Renner des Hugo von Trimberg (vom J. 1300) 4): seit ein iglicb Stern hat einen enge], d' in an die stat weiset, do er hin so] gen; Ibid. Lib. II. p. 150. d. e. Lib. IX. p. 312. a. p. 312. b. 2) Thom. Aquin. Summ. Lheol. P. I. qu. 70. an. 3. Opp. ed. Ven. T. XX. p. 390. 3) Id. Quaest. disput. D0 spirit. creat. art. VI. Opp. T. XV. p. 328. ad 3. et 2. 4) Hugo von Trimburg Der Renner v..10984-86. Vergl. Jac. Grimm Deutsche Mythol. 2. Ausg. S. 684. Pipcr, Mylhol chr. Kunst. 14