124 oder auch in ganzer Gestalt. Aber erst die Ausstattung mit Attributen, der Peitsche oder Fackel und besonders mit dem Wagen, weiset sicher auf mythologische Vor- bilder des heidnischen Alterthums hin. Solches kommt jedoch in der christlichen Kunst nur ausnahmsweise, nament- lich in der zweiten Periode, vor. Gerade an diesem Gegenstand aber erhellt der vor- hin (5. 44, 3.) bemerkte Unterschied der Perioden: da nehmlich in dem ersten Zeitalter der christlichen Kunst die mathematische Figur von Sonne und Mond und die Personification des geringsten Grades verwaltet, wogegen dieselbe seit dem 9. Jahrhundert vollständiger durchgeführt ganz gewöhnlich ist, während sie seit dem 13. Jahr- hundert wieder seltener wird. Da nun dielDarstellung von Sonne und Mond in menschlicher Gestalt unter den Personiiicatioilexi physi- scher Elemente in der christlichen Kunst die häufigste ist; so lässt sich daran besonders das Interesse messen, welches man in den verschiedenen Zeiten an diesen Per- soniücalionen überhaupt genommen hat. Bis Zllm achten JahrhunderL Im christlichen Alterlhum finden sich die Figuren von Sonne und Mond auf Denkmälern in und aus den Katakomben, in Mosaiken der Kirchen und in Miniaturen. Und ZWilT ist diese Vorstellung angebracht sowohl bei alttestamentlicheu Ereignissen, namentlich aus der Ge- schichte des Joseph, des Josua und des Jonas, als auch bei der Person Christi zu verschiedenen Epochen seines Lebens. 1. Besonders unverfänglich erscheint die Darstellung des Sonnengottes und der Mondgöttin in einem altchrist- liehen Nliniaturgemälde, in der Wiener Handschrift der