108 vorgestellt ist: sie erscheint mit dem Antlitz eines alten Mannes, auf einem von Löwen gebildeten Thron sitzend, geschmückt mit der päpstlichen Tiara und dem weiten Mantel, Scepter und Reichsapfel in den Händen haltend; so repräsentirt sie die geistliche und weltliche Macht 1). In dieser Periode entscheidet sich die Rückkehr von blossen Personificationen zu eigentlich mythologischen Personen (wenn auch in allegorischer Bedeutung), wovon sich bei Michelangelo eine Andeutung findet, in seinem Entwurf zu dem Grabmal des Papstes Julius II. 2) 1513). Den Gipfel desselben sollte die Figur des Himmels und der Erde bilden: die Erde, in Gestalt der Cybele, klagend, dass sie in der Welt bleiben müsse aller Trelflichkeit be- raubt durch den Tod eines solchen Mannes; während der Iilimmel, der lächelnd eine Bahre auf der Schulter trägt, seine Freude kund giebt, dass dessen Seele zur ewigen Herrlichkeit eingegangen ist. Dieser Entwurf kam nicht zur Ausführung. Und eben so wenig eine ähnliche Gruppe nach Michelangelos Angaben für das Denkmal des Herzogs Giuliano in der Sakristei von S. Lorenzo in Florenz, woran Tribolo (um 1534) arbeitete 3); es sollten neben der von Michelangelo gefertigten Statue dieses Herzogs zwei nackte Gestalten zu stehen kommen: die eine das Haupt mit Cypressen gekrönt und trauernd gesenkt, die E. Förster im Tüh. Kunstblatt 1838. S. 66. Auch in den Fresken der Sala della ragione zu Padua sieht man unter den Planeten die Erde, kenntlich durch die Symbole kirchlicher Macht, und den Himmel -jedcnfalls ist es nicht der Planet Uranus), der als Astronom vor der I-Iimmelskugel sitzt. Eben- das. S. 59. i) Vasari Leben der Maler Th. V. S. 290. vergl. Platner ße- schreib. Roms III, 2. S. 232 f. 1') Vasari Leben der Maler Th. IV. S. 65.