36 16. Jahrhunderts weiter ausgebildet werden: zu Florenz von Leonardo da Vinci 1) und Andrea del Sarto, so wie zu Venedig in hochpoetischer Weise von Giorgione und Tizian 2). Durch Erweiterung der Hintergründe aber fand man den Uebergang zu einer selbständigen Land- schaftsmalerei. Derselbe deutet sich schon im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts bei einem niederländischen Künstler Joachim Patcnier an, in dessen Gemälde, die Berufung des ltlattliäus, nur im Hintergrund ein Blick auf die Landschaft sich eröffnet 3); wogegen sie in einem andern Gemälde dieses Meisters sich weit ausbreitet und die biblischen Scenen im Vorgrunde Maria mit dem Kinde auf der Flucht begriffen und in den Gassen eines fernen Dörfchen der bethleheamitische Kindermord mehr als Staffage erscheinen lässt4). Zu einer nach- haltigen Entscheidung und Befriedigung aber kommt diese Richtung erst gegen das Ende des Jahrhunderts. Da tritt Annibale Caracci mit einigen Gemälden auf, in denen der biblische und der landschaftliche Inhalt sich ungefähr- l) Nach seiner Composition ist im Louvre: das Christuskiml den kleinen Johannes segncnd, wobei ein Engel und Maria, im Hintergrund eine Höhle mit Ausblick in eine Landschaft mit. phantastischen Felsen, s. WVaagen a. a. O. S. 426. 2) Von dem erstem ist Maria mit dem Kindc auf dem Schooss, umher Joseph, Catharina und Sebastian, im Hintergrund eine leuchtende Landschaft; von dem letztern das Christuskind auf den Armen der Catharina, dabei lllaria und Joseph, mit einer herrlichen, POOÜSOlIBH Landschaft: beide im Louvre, s. Waagen a. a. O. S. 460. 463. a) In der K. Gemaldegallerie zu Berlin u. 609. 4) Ebendas. n. 608; Kugler Beschreib. der Gemäldegallerie des K. Mus. zu Berlin S. 191. Ebenso in dem Gemälde des Heri de Bles: Hubertus in einer Landschaft (ehendas. n. 620.); wo- gegen sic in dessen Adam und Eva im Paradiese (ehendas. n. 661.) verhältnisslnässig zurücktritt.