Vorrede. Ne te prens point a moy, Leetaur, des fautas qui se coulent icy par 1a. fantasie ou inadvertance (Tautruy: chasque main, chasque ouvrier y apporte les siennes. Essais de hliuhel de Montuigne III, u. Es dürfte wohl schwerlich unter den Gebildeten der europäischen Culturvölker einen geben, der nicht an den Meisterwerken der ita- lienischen Renaissancekunst sich erfreut und erbaut, das Leben der grossen Meister mit lebhaftem Interesse verfolgt und jenes in so vieler Hinsicht merkwürdige, kunstbegeisterte Zeitalter zu verstehen, zu begreifen sich bemüht hat. Man sollte jedoch bei jener gewiss nicht unberechtigten Bewunderung der italienischen Kunst nicht ver- gessen, dass schon zwei Jahrhunderte, ehe die glänzende Zeit der Itali- ener anbricht, die Künstler in Frankreich und Deutschland wenigstens auf dem Gebiete der Architektur und Plastik so Ausgezeichnetes ge- leistet haben, dass ihre Werke denen der Italiener wenn nicht über- legen, so doch mindestens ebenbürtig erscheinen. Und was sie geschaffen haben, verdanken sie nicht der Nachahmung einer längst vergangenen Kunstepoche, sondern sie haben für ihre Gedanken selbst, das von ihren Vorfahren Ueberkomniene eigenthümlich fortbildend, die passende ansprechende Form zu finden verrnocht. Die Denkmäler des romanischen Baustiles, die in der zweiten Hälfte des zwölften, in der ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts ausgeführt wurden, diese schlichten, nur massig verzierten Bauten, die gerade durch ihre edlen ein- fachen Verhältnisse so imposant auf den Beschauer wirken; die Werke des gothischen Stiles, in dem Formenschönheit und architektonische Zweckniässigkeit in einer nie vorher und nie nachher erreichten Weise Hand in Hand gehen, alle diese Monumente können wohl dem Besten, was die Renaissance-Architektur geschaffen hat, sich würdig an die Seite stellen. Und auch die Denkmäler der Bildhauerei sind so gross und vornehm concipirt, mit einem so sichtbaren Streben nach Schönheit und Anrnuth der Form ausgeführt, dass wir gern die naturalistische