327 sehen Untersuchungen über die verschiedenen einsehlagcnden Stellen des Cap. XXVIII und XXXIX des Exod. und des Cap. VIII des Levitieus, desgleichen mehrerer andern Stellen der heiligen Schriften einen erwünschten Anhaltspunkt zu bieten, son- dern es wird bei dieser Auseinandersetzung auch unser beson- deres Augenmerk vornehmlich darauf gerichtet sein, die Gewänder des alten Testamentes, wie das auch namhafte Liturgiker des Mittelalters weiter auszuführen nicht unterlassen haben, als die Prototypen in Parallele zu setzen mit jenen altehrwürdigen tra- ditionellen Gewändern, die von der Kirche zu den gottesdienst- liehen Verrichtungen im Laufe der Jahrhunderte gesetzlich in Gebrauch genommen werden sind. Bei dieser Schilderung der Cult- gewänder, wie sie nach den alten Satzungen ausdrücklich vor- geschrieben waren, liegt auch noch die andere Absicht nahe, der bildenden Kunst der Heutzeit in Bild und Schrift jene Anhalts- punkte an die Hand zu geben, vermüge derselben namentlich Maler und Bildhauer in den Stand gesetzt werden dürften, bei der so häufig vorkommenden Darstellung der Priester des alten Bundes nicht mehr jene Verstösse, Anachronismen und Willkür- liehkeiten sich zu Schulden kommen zu lassen, wie dieselben in den letzten Jahrhunderten oft bei grossen Meistern vorgefunden werden. DIE GEWZENDER DES OPFERPRIESTER S. Im Vorhergehenden haben wir angedeutet, dass nach dem Gesetze Moses jeder Opferpriester im Dienste Jehovzfs vier ver- schiedene Gewänder anzulegen gehalten war. Als solche nennen wir: die Beinkleider, nfeminaliaß; den Leibroek, ntunica"; den Gürtel, "balteus" und die Kopfbedeckung, vpileus". Bei Auf- zählung dieser vier priesterlichen Ornatstüeke muss es auffallend erscheinen, dass für die Füsse keine Bekleidung gesetzlich ange- ordnet was Es trugen nämlich die Priester des alten Bundes, wie das jüdische Gelehrte ausdrücklich hervorzuheben nicht un- tcrlassen, keine Schuhe beim Dienste im Tempel, und geschah das aus dem Grunde, Weil Moses und Jesus, als sich Gott ihnen oiieubarte, dem Ersten bekanntlich im brennenden Dornbusehc, dem Andern im Gesichte eines Kriegers, vorher durch die Stimme Gottes gemahnt wurden: „Lcge ab die Schuhe von deinen Füssen, denn der Ort, wo du stehest, ist heilig".