Kunst griechische Zeit rönlischen Herrschaft. 427 phor, wie sie auf den Gräbern unverheiratheter Jünglinge und Jungfrauen auf- gestellt wurden, vgl. Welcker im Rh. Mus. N. F. VI, S. 402. Aus alexandrini- scher Zeit, wie man gemeint hat, ist sie gewiss nicht; und auch die Buchstaben- formen deuten auf spätere Zeit. Da neben dem Namen ärwiryos fehlt, ist es keineswegs unzweifelhaft, dass derselbe den Künstler bezeichne. Sosikles. An dem Tronk der Statue einer verwundeten Amazone im capitolinischen Museum, welche übrigens keineswegs zu den besseren der mehr- fach vorkommenden Wiederholungen dieser Figur gehört, findet sich in rohen Buchstaben die InSChPiftI cwcätAH Gr. n. 6171; vgl. Jahn, Ber. d. sächs. Gesellsch. 1850, S. 40. Ferner hat man an einer in Tusculum gefundenen Statuenplinthe, ebenfalls in rohen Buchstaben, CUJCIKA... gelesen: Raoul- Rochette Lettre Mr. Schorn, p. 405. Was die Sigle der ersten Inschrift be- deutet, lässt sich nicht ausmachen; und wenigstens findet die Annahme, dass Sosikles ein Künstler war, durch sie keine Unterstützung. Assalectus. An dem Sockel eines sehr mittelmässigen Aesculap im Hause Verospi las Winckelmann den Namen ASSALEGTVS: Th. V, S. 288. G. Julius Ghimarus in einer Inschrift bei Donati II, 210 (Murat. 4444, 1) war kein Künstler, sondern nur der Wiederhersteller einer Aedicula nebst deren Statuen, da, wie auch Jahn (Arch. Zeit. 1845, S. 32) bemerkt, nicht statuas et aediculam effecit, sondern refecit zu ergänzen ist. Diadumenos. Ein Gippus des vaticanischen Museums zeigt uns in Relief die Darstellung eines Diadumenos, vielleicht eine Gopie nach der be- kannten Statue Polyklets, nebst dem Namen DIADVMENI: Mus. PCI. VII, tav. d'agg'. B. Hier an einen Künstler zu denken, sehe ich durchaus keinen Grund. 613 Nur wenig wahrscheinlicher ist dies bei einem aus Turin in das Museum des Louvre versetzten Relief, welches Zeus, Thetis und Here nach Ilias I, 4195 dar- stellt, und die Unterschrift DIADVMENI hat: Maffei Mus. Ver. p. 211, 1. Gegen die Annahme eines Künstlers spricht am. meisten die Grösse der Buchstaben, sowie das Fehlen des Subjects, etwa opus, zu dem Genitiv, welches durch kein sicheres Beispiel in Künstlerinschriften gerechtfertigt ist. Dasselbe gilt von Ingenuus, dessen Name INGENVI sich auf der Plinthe einer schlechten Mercurstatue des Vaticans findet: PCI. III, tav. XLI. T. Grae(cinius?) Trophimus aus Industrie. Sein Name findet sich in kleinerer Schrift unter der Dedication der Ehrenstatue, welche. ein Golleg der Pastophoren zu Industria einem römischen Magistrat errichtete: T GRAE TROPHIMVS lND FAG Maffei Mus. Ver. p. 230, 1. Orell. 62. Ist FAG richtig gelesen, so würde man lieber faciundum curavit ergänzen. Q. Lollius Alcamenes. Auf einem kleinen Relief der Villa Albani sehen wir einen sitzenden Mann, welcher auf der linken Hand die Büste eines Knaben trägt und in der Rechten einen Griffel hält. Ihm gegenüber steht eine weibliche Gestalt, wohl nicht eine Sterbliche, sondern von mehr göttlicher Natur, welche in die Flamme eines Candelabers Weihrauch streut. Darüber liest man die Inschrift: o. LOLLIVS ALGAMENES DEC ET DVVMVIR