246 Abschnitt. Goldschrniedekuxxst. der Die Werke aufweisen; B. Götz, der belebte Fontänengruppen in einem flotten Barockstil gestochen hat; j. G. Merz, der ein Heft Tabatieren heraus- gab; Mart. Will 1761-1805, von dem Zeichnungen zu Ciborien „ä la mode nouvelle" existieren, und endlich der überaus fruchtbare Franz Xaver Habermann, geb. zu Glatz 172 r, T zu Augsburg 1796, von dessen die Zahl von 600 erreichenden Entwürfen für jede Art von dekorativen Künsten nicht wenige auch der Edelschmiedekunst gewidmet sind. Als charakteristisch für den Stil dieser Arbeiten kann man be- zeichnen: eine weiche, wenig energievolle, dafür aber ungemein studierte Silhouette; starke Einziehungen, entschiedene Gegensätze pflegen ver- mieden zu werden, die Linienmotive laufen mit gefälligen Übergängen zusammen. Der Körper der Gefäfse ist manchmal glatt, öfter mit Riefelungen in vertikalem Sinne bedeckt, die in flachen Wülsten und ebensolchen Hohlkehlen abwechseln, vennittelt durch stumpf-kantige Glieder. Sehr beliebt ist es, diese flachen Profile in steilen spiraligen Windungen um den Körper herum zu führen. Das für den Rokokostil charakteristische Ornament tritt nur sparsam, am Ansatz der Henkel oder der Tülle, auf dem Deckel, am Fufs etc. auf und ist in sehr Hachem Relief gehalten. Das Figürliche, ebenfalls im Sinne der Zeit gestaltet, spielt eine ziemlich bedeutende Rolle. Dies sind die hervor- stechenden Züge in der Gesamterscheinung des Silbergerätes dieser Zeit, welches man noch in ziemlichen Mengen in den Silberkammern der Höfe und in den Sakristeien reicher Kirchen und Klöster findet; Sammlungsgegenstände sind diese Geräte erst in beschränktem Mafse geworden, da eigentliche Schau- und Phantasiestücke, wie sie die Renaissance kannte, unter ihnen selten sind. Von den Meistern, die in Deutschland zur Zeit des Barock und Rokoko thätig waren, haben wir noch folgende nachzutragen: In Augsburg, wo wir auch jetzt noch die Hauptproduktion zu suchen haben, blühten um die Wende des I8. jahrh. Leonhard Heckenauer und Michael Heckel, die nach P. v. Stetten mit der Anfertigung von grofsem Gerät, von Tischen und Stühlen in Silber für den Hof in Bayreuth beschäftigt waren, und Johannes Bartermann, der eine massiv-silbeme Bettstelle nach Weifsenfels liefert. Ferner Elias Jäger (1653-1709, der Abkömmling einer schon im vorigen jahrhundert bekannten Silberschmiedfamilie, der mehrere Altarpredellen ausführte; vier Brüder Gaab, von welchen der meist in Italien arbeitende Adolf als der bedeutendste galt (T 1703). Bedeutendes Ansehen genoss joh. Andr. Thelot (I6 54-17 34) wegen seiner getriebenen figürlichen Reliefs; die Wiener Schatzkammer und das Rothschild-Museum in Frankfurt besitzen ausgezeichnete Stücke von ihm. Die Familie Mannlich hat mehrere namhafte Bildhauer aufzu- weisen: Joh. Heinrich, Vater und_ Sohn, arbeiteten in Augsburg; ersterer für Max Emanuel; der Sohn (1660-4718) fertigte für den