676 Viertes Buch glücklicher wctteiferte Bandinelli mit der berühmten Pietas illichelangelds in den beiden Darstellungen desselben Gegenstandes, die man zu Florenz in der Annunziata und in S. Oroce sieht. Gleichzeitig und unbedeutend sind auch die Bilder der Tugenden an den Grabmälern Leo's X. und Cle- mens VII. in S. M. sopra Minerva zu Rom. Dies Denkmal hatte Bandi- nelli durch Intriguen dem Alfonso Lombardi, dem es schon versprochen war, weggenommen. Die Statuen von Adam und Eva im Pal. Vecchio zu Florenz (1551) erheben sich nicht über das Niveau eines gewöhn- lichen Naturalismus. Das einzige leidliche Werk des Unleidlichen sind die marmornen Chorschranken des Domes, die er mit seinen Schülern und Gehülfen in der späteren Zeit seines Lebens ausgeführt. Sie sind mit 88 in ganz flachem Relief dargestellten Figuren von Aposteln, Propheten und Heiligen geschmückt, die meistens einen klaren, einfachen Styl, gute Ausfüllung des Raumes und zum Theil eine ungezwungene, selbst edle Bewegung zeigen, im Ganzen aber doch einen sehr monotonen Eindruck machen. Giovauni dalPOpern Unter Baccids Schülern ist Gzbvanni dalf Opera, eigentlich Bandini, hervorzuheben, der bei der Ausführung der Ohorschranken betheiligt war und am Grabmal Michelangelds in S. Croce, das nach V asarfs Entwürfen (wrichtct ward, die charaktervolle allegorische Figur der Architektur ar- beitete, während Valerio Ciolz" die Sculptur, Baltisla Lorcnzi die Malerei und die Büste des Meisters schufen; das Ganze einfach und würdig. VIERTES KAPITEL. Die Bildnerei VOII 1560 bis 1760. Grzsteigerk Thiitigkeit der Plastik. Durch Michelangelo waren die Gränzen und Gesetze der Sculptur er- schüttert, ihr Wirkungskreis aber bedeutend erweitert worden. Nachdem er einmal Werke geschaffen hatte, in deren Bewunderung Alles überein- stimmte, glaubte man fortan nur das Grösste und Höchste von der Plastik erwarten zu dürfen. Sie wird in den beiden folgenden Jahrhunderten in einer Weise in Anspruch genommen, dass an Blasse die Leistungen dieser Zeit den noch erhaltenen des Alterthums und des Mittelalters zusammen- genommen gleichkommen mögen. Auch an Begabung sind die Meister