Fünftes Kapitel. Italienische Bildncrui von 441 ausschliesslich realistische Portraitplastik, wie England sie gepflegt hat, muss iwthwendig zur geistloson Monotonie, zu dürftiger "Privialität ver- trocknen. FÜNFTES KAPITEL. Italienische Bildnerei 1200-4400. Die italienische Kunst geht vom 13. Jahrhundert an ihre eigenen Wege und löst sich in Zielen, Erfolgen und Schicksalen von der Kunst der ilördliehen Länder. Wohl erfävhrt sie mehrfach, namentlich im 14. Jahr- hundert, Einflüsse des Nordens; selbst der gothisehen Strömung vermag sie nicht ganz zu widerstehen. Aber sie beugt ihr aus und weiss mit ihr sich geschickt abzntinden. Schon diese merkwürdige Erseheiilung bezeugt, wie abgeschlossen tmd isolirt die Kunst Italiens auf sieh selbst gestellt war. Die Alpen haben in dieser Hinsicht sich durchaus als Seheideivand bewährt. Italiens Mittelalter ist in der That von dem nordischen in jeder Sonder- stellung dm ital. Kunst. Hinsicht unterschieden. Wir haben dies lediglich für die künstlerische Entwicklung darzuthun; aber einige Andeutungen über die allgemeinen Kulturzustande werden ein schärferes Licht auf die Verhältnisse der Kunst werfen. Wir finden in Italien nicht jene complicirten Verfassungen, welche in den nordischen Ländern das Lehnswesen und der Feudalstaat in ihrer consequenten Durchführung mit sich brachten. Die Zustände sind einfacher, übersieht- licher, und man fühlt in ihnen die Nachwirkung antiker Anschauungen, die aus allen Stürmen der Zeiten stets wieder emportauehen. Dafür aber gliedert sich das Gebiet Italiens ungleich mannigfacher in kleine abgeson- derte Kreise, als man das selbst von Deutschland sagen kann. Denn dort scheiden sich wohl die einzelnen Gruppen nach den natürlichen Granzen der verschiedenen Stämme: in Italien aber bildet jede nicht bloss der be- dentenderen, sondern selbst der mittleren Städte, noch ganz anders als im Norden, einen Staat für sich, der sich scharf von den übrigen trennt. Dies begünstigt dann das Aufkommen einer ganzen Reihe von Usurpatoren, die mit List und Gewalt die Herrschaft an sich reissen und die Praxis des Inodernen Despotisnius als rücksichtslose Tlyrannen zuerst in Europa ausüben. Was gelegentlich von den Königen Frankreichs und Englands K u l tur- vcrhältnisse.