SIMON MIT DER LAHMEN HAND. HIERONIMIIS, FORMSCHNEIDER. 155 weise und lehre. Wo er aber Solches verbrechen und nit halten würde, was dann dem I-Iirschvogel und seinen Erben Schadens daraus entstehen würde, dass soll und woll er ihnen zu erstatten und zu widerlegen schuldig sein, bei Verpfändung aller seiner Habe. Dieses hat Hirsehvogel also angenommen und ihn, Schützen, auf Bezah- lung der Summa treulich zu unterweisen zugesagt. Zeugen waren MathesJorian und Hanns Tucher der jüngere. (Cons. 45, fol. x06.) Ueber eigentliche Erfolge seiner Steinschneidekunst gebriclwt es an Nachrichten. Seine vierte Phase, die kosmographische, scheint am meisten von Glück begleitet gewesen zu sein; dass eine Medaile auf ihn geschlagen und er mit einem eigenen Wappen begnadet wurde, scheint dafür zu sprechen. Er war jedenfalls ein begabter Mann. Ob er verheiratet gewesen und Kinder hinterlassen habe, ist unhe- kannt. Stadtglaser, wie ihn Baader Beitr. 2, 57 nennt, ist er nie gewesen. SIMON MIT DER LIXHMEN HAND, BILDHÄUER. Sollte ich alle Ding, so dieser Simon und kunstreiche Mensch gewusst und verstanden und mit eigner Hand gemacht hat, erzählen, würde es gewisslich noch so viel sein, als ich jetzt von Augustin Hirssvogel angezeigt habe, denn es war nichts so künstlich, dass dieser Mann nicht einen Verstand davon gehabt hat. Er War ein Bildhauer, Goldschmid, Uhr- macher, Maler, und in Summa aller künstlichen Ding fast mehr Vortheil denn andere verständig. Den Letten zu formiren und Bilder daraus zu machen und zu schneiden war er fürtretflich. Im Cirkelrnachen grosser und kleiner Manier, ward vor ihm nie keiner erfunden, der diess also gericht hätt zu wegen ge- bracht, wie man denn bei Herrn Hanns Starcken seiner Arbeit viel findet. Da Doppelmayr, Rettberg und Baader über diese Kunstgrösse, deren Zunamen anzugeben Neudörfern, wahrscheinlich weil er ihn nicht wusste, nicht gefallen hat, wird man den Späteren nicht übel- nehnaen, ebenfalls mit Stillschweigen darüber hinwegzugehen. HIERONIMUS, FORMSCHNEIDER. Als Johann Stabius dem Kaiser Maxirnilianus alhie Nürnberg die Ehrenpforten und Anderes machen liess, war dieser Hieronymus unter andern Formschneidern auch in allem Quellenschriften Kunstgesch.