Architektm dorische Peripter 2II unverhältnissmässig hoch und schwer werden sollte, keine den Anfor- derungen eines proportionalen Innern entsprechende Frontebreite zu- zulassen schien; auch machte die Bedeckung eine nicht zu grosse Breite wünschenswerth, um der Balkenlage keine bedenkliche Spannung zu- muthen zu müssen. Die Beleuchtung aber durch die Fenster war mit der Verlegung des Gebälks und der Metopen auf den Säulenkranz aussen weggefallen, und konnte, auf die Thüre beschränkt, trotz deren Grösse nicht befriedigen, da diese weit nach Innen gerückt und durch den tie- fen und meist gedoppelten Säulenvorraum sehr in Schatten gestellt war. An den Culttempeln reichte indess Raum und Licht aus, indem der erstere nicht für Aufenthalt und Versammlungen der Andächtigen, son- dern nur zur Aufstellung des Cultbildes bestimmt war, anderseits aber" das Dämmerlicht den meist sehr alterthümlichen und kunstlosen Cult- bildern nur zum Vortheil gereichte und sogar die andächtige Stimmung des Opfernden, welcher, lediglich den Blick nach dem Innern des Hei- ligthums richtend, v0 r dem Tempel am Brandopferaltar stand, erhöhte. Anders war es bei den Festtempeln, welche ohne Altäre und Cultbild in der Götterstatue ein Kunstwerk und Schatzstück bargen, zu Fest- versammlungen und Preisevertheilungen bestimmt waren und im Uebri- gen als geweihte Schatzhäuser zu einer Art von Museum wurden, an welchem Raum und Licht nimmer entbehrt werden konnten. Bei diesen wurde durch die Anlage eines Opisthodomgemachcs die unverhältniss- massige corridorartige Tiefe beseitigt, durch einen sehr schmalen Ptero- maumgang aber für entsprechende Breite gesorgt. Der Raum vermehrte sich durch die Gliederung desselben in drei durch Säulenreihen in der Längsrichtung getheilte Schiffe, von welchen die beiden etwas schmä- leren Nebenschiffe vermittelst doppelter Säulenstellung übereinander auch doppelgeschossig wurden und in den so entstehenden die meisten Weihegeschenke aufnehmenden oberen Gallerien das Erdgeschoss zur Aufnahme einer F estversammlung freier liessen. Das für die Festlich- keit nöthige Licht aber wurde durch das sog. Hypäthrum, d. h. jenen Ausschnitt in Decke und Dach besorgt, dessen Existenz ohne genü- genden Grund bezweifelt worden ist. Denn wenn auch dem Griechen die Unterbrechung der Firstlinie störend gewesen sein mochte, so kann man doch nicht im Ernst behaupten, dass sie ihm unerträglich und darum unmöglich war. Die besorgte Gefährdung des Tempelinnern durch klimatische Einflüsse aber fallt durch den Umstand weg, dass der hypäthrale Ausschnitt durch einen Dielenverschlag (wodurch auch die Firstlinie sich wieder herstellte) das jahr über geschlossen und nur an den Festtagen, wie während der olympischen Spiele oder Panathenäen, ü? I4