Der hinduisehe Styl. James Fergusson. Illustrations of the roch-cut temples ofIndia. London, 1845. F01. Rzim Räz. Essay on the architecture of the Hindüs. London, 1834. F01. L. Langläs. Monuments anciens et modernes de PHindoustan. Paris, _I82I. F01. Rzijendraläla Mitra. The antiquities of Orissa. Calcutta, 1875-80. F01. Der hinduische Baustyl entwickelt sich in den ostinclischen Landen aus der mythischen Vorzeit, durch mehrere mit der Re- ligionsgeschichte des Volkes eng verknüpfte Perioden, und ist bis heute in lebendiger Uebung. Der Einfluss Buddhas (623-543 v. Chr.) und der nach ihm benannten Lehre, der Kampf des Brahmaismus mit dem Buddhais- mus vom fünften Jahrhunderte n. Chr. an, der vollkommene Sieg des Brahmaismus im vierzehnten Jahrhunderte bezeichnen auch die l-lauptperioden des Styles. Die vom Buddhaismus beeinflussten NVerke zeichnen sich im Gegensatze zu den brahmanischen durch grössere Einfachheit aus. Die brahmanischen spiegeln in ihrem ungebundenen Reichthum den Charakter der indischen Natur, in der phantastischen Ausprägung der Formen den Mysticismus der religiösen Satzungen. Bei der Entwicklung dieses Baustyles wirken auch vielfache Einflüsse von Aussen durch Berührung mit Griechen, Aegyptern, Persern etc. mit. Aber diese Einflüsse führen nur zu einer Be- reicherung der Formen, in keiner NVeise zu einer Gliederung des Bau- Systems auf Grundlage einer bestimmten Gesetzmässigkeitiii i") Obwoh! der hinduische Styl für die praktische Formenlehre fast nur einen negativen YVerth hat, konnte er hier doch nicht ganz übergangen werden. Es wird aber dem Zwecke dieses Buches vollständig entsprechen, wenn vom Gegensatze des hinduischen Formenwesens, den gesetz- mässigen Stylen gegenüber in Kürze Erwähnung gethan ist, und es wird hierbei der Umstand, dass die Werke des hinduischen Styles bis in späte Zeit einbezogen werden, nicht auffallen dürfen.