brechlichen hölzernen Nagel einschlagen, in der Absicht, dafs das in den feindlichen Schild eingedrungene Pilum nicht in gerader Richtung stecken blieb, sondern dafs dann vielmehr der hölzerne Nagel zerbrach, auf diese WVeise das Eisen mit dem Schafte einen WVinkel bildete, und so das Pi- lum, durch die Verbiegung der Spitze festgehalten, nachgeschleppt werden mufsteß Dieselbe YVirkung, nämlich einmal den Feind, sobald sein Schild vom Pilum getroffen war, schutzlos zu machen, da ihm ja durch die im Schilde haftende und nunmehr krummgebogene Waffe der fernere Gebrauch des Schildes unmöglich wurde, dann aber denselben zu verhindern, das auf ihn geworfene Pilum zurückzuschleudern, suchte aber Caesar auf einem anderen Wege zu erreichen, indem er das Speereisen, natürlich mit Aus- nahme der eigentlichen Spitze, weich schmieden liefs, so dafs sich nun- mehr das Eisen, heruntergezogcn durch die Schwere des Schaftes, krumm bog und aus dem getroffenen Schilde nicht entfernt werden konnte. Die Gesammtlänge des caesarianisehen Pilum betrug 6 Fufs, von denen 3 Fufs auf die Länge des Eisens und ebensoviel auf die des Schaftes kamen. Aehnlich in seiner Wirkung war das vom Vegetius beschriebene, in der späteren Kaiserzeit gebräuchliche und spiculum genannte Pilum. Diese Waffe hatte eine Länge von 5-1 Fufs und war mit einem dreieckigen Eisen von 9 Zoll bis 1 Fufs Länge bewehrt. Noch leichter, wie denn überhaupt die Soldaten des späteren Kaiserreiehs sich gegen den Gebrauch der schweren Pila der älteren Zeit auflehnten, war das 3; Fufs lange, gleichfalls mit einer dreikantigen Spitze von fünf Zoll Länge versehene veri- culum oder verutum. Auch erscheinen in dieser Zeit Speere, an deren Schaft eine lederne Schleife (anzentuvn) zur Erhöhung der Wurfkraft, also ähn- lich der 4237x1511] der griechischen Peltasten (vergl. S. 281 f. und Clarac, Musee II. pl. 148. No. 319), befestigt war, sowie bei einigen Truppen- abtheilungen mit Bleikilgeln bewehrte W7urfgesehosse (martiobarbuli, plant- batae), deren jeder Soldat fünf Stück mit sich führte. Unter den Schwertern (gladius) haben wir nach ihrer Form und der Zeit ihrer Einführung im römischen Heere die ältere gallische Waffe von der jüngeren hispanischen zu unterscheiden. Das gallische Schwert, von ziemlicher Länge und Schwere, ohne Spitze und nur mit einer Schneide, eignete sich nur zum Hiebe und wurde im Handgemenge, so- bald die Klinge durch einen stark geführten Schlag sich umbog, leicht unbrauchbar. Erst seit der Schlacht bei Cannae, in welcher die Römer die Wirkungen der bei weitem kürzeren, doppelsehneidigen und spitzen hispanischen Klingen der Punier kennen gelernt hatten, wurde das gal- lische Schwert von dem hispanisehen verdrängt. Für die ältere Waffe